Ehrenkreuz für Gerhard Haderer
Gerhard Haderer zählt zu den wichtigsten Karikaturisten im deutschsprachigen Raum. Das Spektrum seiner durch kräftige Farben geprägten Cartoons reicht von der ebenso kritischen wie treffenden Zuspitzung des Zeitgeschehens bis zur Absurdität des Alltäglichen.
Das Linzer Schlossmuseum zeigt allerdings jetzt eine Ausstellung, die mit einer neuen Variante in Haderers Schaffen überrascht.
„Es sind Arbeiten, die man von mir in der Form nicht erwartet, die man sich aber vielleicht seit Langem wünscht“, sagt der Künstler im Gespräch mit dem KURIER. In der Ausstellung im Schlossmuseum wird zwar eine Auswahl der typischen, auch neueren Cartoons Haderers gezeigt, etwa der „Schriftsteller im Schatten von Goethes Faust“ oder ein Clown, dessen Ähnlichkeit mit Präsident Donald Trump bis in die – wörtlich – Haarspitzen reicht.
Ein Clown in der Maske des Präsidenten oder ein Präsident in der Maske des Clown?
Aber dann trifft man auf den „unerwarteten Haderer“: Ganze Serien von fein ausgeführten Bleistift- und Tuschezeichnungen mit reduzierter Farbgestaltung.
Sozusagen ein eher leiser, zurückhaltender Haderer im Vergleich zu seinen sonstigen Cartoons – ohne dass der satirisch-scharfe Blick verloren geht.
„Ich wollte andere Materialien verwenden und andere Techniken“, so Haderer, „reduziert in den Farben und einfach und klar in der Aussage“.
Er habe manchmal die Aktualität satt, „ich will nicht immer nur den Politikern in die Nasenlöcher schauen.“ Die neue Art zu zeichnen habe ihm „einfach Spaß gemacht“. Natürlich werde er auch weiterhin die Cartoons zeichnen, die sich wie bisher mit den Verhältnissen kritisch auseinandersetzen, „diese Art von Zeichnung verlässt mich nicht und ich verlasse sie nicht“. Er sei ein „manischer Zeichner und Maler“, das werde er bleiben. Dass die Ausstellung im Schlossmuseum mit seinem 75. Geburtstag zusammenhängt, das sei eindeutig, sagt Haderer: „Der Veranstalter hat sich das gewünscht und ich hab’ es gerne gemacht, auch wenn ich eher ein Geburtstagsmuffel bin.“
Haderer mit Vizekanzler Andreas Babler und dem Ehrenkreuz
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