Chronik | Oberösterreich
16.08.2017

Dritter Großhändler holt importiertes Eierprodukt von Abnehmern zurück

Konsumenten-Landesrat Anschober verlangt Herkunftskennzeichnung von verarbeiteten Eiern.

Der von Holland und Deutschland ausgegangene Skandal um mit dem Insektizid Fipronil belasteten Eier, beschäftigt Lebensmittelbehörden in 16 EU-Staaten. In Oberösterreich gesellte sich zu jenen zwei Großhändlern, die in der Vorwoche Rückholaktionen aus der Gastronomie starteten, am Montag ein dritter. Er holt ein aus Deutschland importiertes Vollei-Produkt aus der Industrie zurück.

Aufgrund der Verdachtsfälle aus OÖ hatte die AGES bundesweit 110 Proben gezogen. Davon wurden bisher in acht das verbotene Fipronil festgestellt. Bei 19 Proben, davon acht aus OÖ, laufe die Abklärung noch, erklärte Astrid Zeller von der Lebensmittelaufsicht OÖ. Sie betont dass der höchste gemessene Wert bei 0,1 Milligramm pro Kilo liege, das sei um das Zehnfache niedriger als der höchste in Belgien gemessene Fipronil-Wert.

Auch wenn die Gesundheitsgefährdung als minimalst eingestuft werden könne und aus österreichischen Hühnerställen kommende Eier als völlig unbelastete bestätigt wurden, handle es sich um einen Kriminalfall, erklärte OÖ Konsumentenlandesrat Rudi Anschober (Grüne). Er forderte erneut die verpflichtende Herkunftskennzeichnung nicht nur für frische, sondern auch für verarbeitete Eier. Beim EU-Agrarministertreffen im September solle Österreich massiv auf Reformen drängen, verlangte Anschober. Er selbst wird nächste Woche bezüglich der Kennzeichnungspflicht einen Runden Tisch zwischen Vertretern der Landwirtschaft und der Gastronomie einberufen.

Das Insektizid Fipronil ist in Lebensmitteln streng verboten, ist aber als Floh- und Zeckenschutz für Haustiere weit verbreitet. Wie Expertin Zeller bestätigte, wird das Mittel in Ampullen zu 50 Milliliter abgegeben und ins Fell von Hunden und Katzen getropft.