Chronik | Oberösterreich
10.06.2018

Donau als Freizeitparadies immer höher im Kurs

Oberösterreich. Nicht nur die Touristen aus dem Ausland, sondern auch die Einheimischen schätzen den „Lido“ entlang der Donau immer mehr.

Vor fünf Jahren brachte die Donau mit ihrem stellenweise 300-jährigen Hochwasser Angst und Schrecken ins Land. Momentan aber ist die Sehnsucht der Menschen nach Entspannung am Strom wieder fast ungetrübt. Sowohl bei Touristen als auch bei Einheimischen ist der Zuzug so groß, wie nie. Bei den Oberösterreichern wird das Chillen, Baden, Sporteln und Genießen an ihrem „Donau-Lido“ immer attraktiver und selbstverständlicher.

„Wir beobachten an der Donau Steigerungen in fast allen Bereichen“, sagt Petra Riffert, Geschäftsführerin der Donauregion Oberösterreich. Bei den ausländischen Touristen bilden die Gäste der jährlich mehr werdenden mächtigen Kabinenliner die auffälligste Gruppe. Vor allem englischsprachige Urlauber, auch aus Übersee, und zu einem Viertel deutschsprachige Gäste werden bei diesen Donaukreuzfahrten registriert.

Riffert: „Wir beobachten an der Donau Steigerungen in fast  allen Bereichen“

Kabinen-Liner

An den 17 oberösterreichischen Anlegestellen legten die Großraumschiffe 2017 1930 Mal an. 2016 wurde 1665 Mal geankert. 2010 waren es noch 552 Anlegungen. Im heurigen Jahr ist die Zahl weiter stark steigend. Im Rahmen einer Studie wurde 2016 die Wertschöpfung dieser Sparte für OÖ mit zwölf Millionen Euro berechnet - ein Zehntel vom Gesamtbetrag auf der Donau zwischen Regensburg und Wien.

Auch die Erfolgsgeschichte Donauradweg, sollte heuer fortgeschrieben werden. 670.000 Radler wurden im Vorjahr insgesamt registriert. „Aktuelle Zahlen haben wir nicht, aber das Feedback der Wirte und Beherberger ist sehr positiv“, berichtet Riffert. Bei den Nächtigungszahlen gehe es deutlich aufwärts, so die Managerin. Oberösterreicher seien da eine sehr positiv auffallende Gruppe. Dank des steigenden Angebotes an Badestränden und Erholungszonen zwischen Engelhartszell und Grein können immer mehr Einheimische das „Beach-Feeling“ vor der Haustüre genießen. Riffert: „Der Wasserstraßenerhalter Via Donau schüttet bei seinen Baggerungen immer wieder nette Schotterstrände auf“ .

Schotter-Beach

Vor Saisonstart wurde der bei den Linzern beliebte Strand in Alturfahr auf 700 Meter verlängert. Uferzonen als Entspannungsoasen gibt es quer durch OÖ. „Wo gibt es so paradiesische Zustände, wie bei uns“, schwärmt Reinhard Huber aus Engelhartszell. Vom benachbarten Kramesau bis zur deutschen Grenze könne man überall direkt neben dem Radweg eine Baderast einlegen, ein Zelt aufschlagen und die Angel in Stellung bringen.

Vielfältig und abwechslungsreich sei das Gastro- und Eventprogramm in den Donauorten, lobt Riffert. Fisch-Kulinarik ist angesagter, denn je. Genannt seien etwa der „Faust-Beach“ und das Restaurant Faustschlössl in Feldkirchen oder das „Jetlake“ im selben Ort. Weithin bekannt, die fangfrisch zubereiteten Donaufische im Gasthof Luger in Kramesau. Auch im „Fischerhäusl“ in Alturfahr, einer ehemaligen Zollstation, wird frisch gekocht. Die Leute würden den ländlichen Charakter hier schätzen, schildert Chef Peter Thalhamer. Im Sommer gibt’s das Donaustrandfest „Ufern“ mit dem Fischmarkt.

Einfache Kost und trotzdem eine Gaumenfreude sind die „Steckerlfische“ am Campingplatz in Au an der Donau. Auf der dortigen Theater- und Event-Bühne direkt am Ufer treten heimische Blasmusiker genauso auf, wie bekannte Jazz-Größen, sagt Betreiber Gerhard Ebner. Von hier aus haben Besucher einen freien Donaublick über acht Kilometer. Ebner: „Da kommt kollektives Urlaubsfeeling auf“.

5 slides, created on 08/Jun/2018 - 14:14:29

1/5

Bubble Days, Wake of Steel 2016

Das Wakeboarden zählte zu den Höhepunkten der Bubbledays

"Die Sandburg"

Wie im Urlaub: Chillout-Zone „Sandburg“ an Linzer Donaulände

Regattazentrum in Ottensheim

In Ottensheim steigt nächste Woche der Ruder-Weltcup mit 600 Teilnehmern und 2019 die WM

"Mural Harbor"

Spektakuläre Graffitis im Linzer Hafen

Schlögen

Neue Römerplattform über Schlögen

Kultur

Mit der diesjährigen Landesausstellung zu den Römern wird in Enns, in Schlögen und in Oberranna bei Engelhartszell hochwertige historische Kultur geboten. Die bekannte Schlögener Aussichtsplattform ziert ein markanter Römerkopf. Ende Juni wird in Oberranna der „Quadriburgus“, ein vor 1700 Jahren wichtiger Grenzposten am Donaulimes eröffnet. „Alle diese Einrichtungen bleiben nach der Landesausstellung erhalten. Wenn nächstes Jahr der Donau-Limes zum UNESCO-Welterbe ernannt wird, können wir damit weiter punkten“, hofft Riffert.

Kultur der anderen Art wird im Linzer Hafen erlebar. Die internationale Graffiti-Sammlung an den Werkshallen ist einzigartig. Stars, wie die Berliner „1UP-Crew“ oder der Australier „Lush“ haben sich hier verewigt. „Der unter dem Namen Nychos bekannte Künstler aus Graz ist regelmäßig bei uns. Er ist der einzige Österreicher in der Graffiti-Oberliga“, erzählt Mural-Harbor-Initiator Leonhard Gruber. Vier Schiffe führen Hunderte Besucher pro Woche durch die spektakuläre Freiluftausstellung.

Bei Action, Spaß und Abenteuer am und im Wasser ist der Linzer Hafen beim jungen Publikum ebenfalls Favorit. Wie zuletzt beim am gestrigen Samstag zu Ende gegangenen Sport- und Activity-Event „Bubbledays“.

Chillout-Zonen

Wer da mitten im Linzer Trubel ein „Chillout“ sucht, ist in der Sandburg direkt am Donauufer unter dem Brucknerhaus gut aufgehoben. Bei hipper Beachatmosphäre lässt sich der laue Sommerabend genießen. „Für die anstehende Fußball-WM haben wir ein Public Viewing mit einer sechs Meter großen Leinwand organisiert“, sagt Betreiber Tibor Szabo. „Sonst gibt es tolle Sonnenuntergänge und gemütliche Sitzgelegenheiten.“ Wöchentliche Themenabende mit Salsa- oder Disco-Musik und Wochenendbrunchs locken regelmäßig größere Besuchergruppen an.

Wassersport auf der Donau ergänzt das Rundum-Freizeitangebot für die Oberösterreicher. Freizeitkapitäne können ihre Motorboote in zahlreichen Jachthäfen von Grein bis Schlögen sicher ankern. International im Blickpunkt stehen die Ruderer mit ihrem Österreich-Zentrum in Ottensheim. Dort gehen nächste Woche 600 Sportler aus 40 Nationen beim Ruder-Weltcup an den Start. Und 2019 steigen hier erstmals die sogar die Ruder-Weltmeisterschaften.