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Don Pasquale: „Unsympathler“ sucht junge Liebe

Premiere der komischen Oper „Don Pasquale“ von Gaetano Donizetti. Obwohl sie fast 200 Jahre alt, ist sie immer noch aktuell und erfolgreich. Von Werner Rohrhofer.
Don Pasquale

Locker und unterhaltsam lässt das Linzer Musiktheater das erste Halbjahr 2026 ausklingen. Gestern, Samstag, hatte die Komische Oper „Don Pasquale“ von Gaetano Donizetti Premiere. Zugleich ist die Produktion ein Vorgriff auf den Herbst, am 18. September gibt es die Wiederaufnahme.

„Don Pasquale“ zählt zu den bleibenden Opern Donizettis und gilt zugleich als eines der letzten bedeutenden Werke aus dem Genre der „opera buffa“. Im Zentrum steht ein Mann, den man heute als „Unsympathler“ bezeichnen würde. Die „opera buffa“ ist italienischen Ursprungs und versteht sich als Gegenstück zur ernsten „opera seria“. Rezitative und Musiknummern wechseln einander ab, die Handlung ist von Anfang an in Richtung Komödie angelegt. Die Personen gehören häufig der Mittelschicht an, was der „opera buffa“ – sie entstand im 18. Jahrhundert – die Geringschätzung durch Hof und Adel einbrachte.

Reich, geizig, lächerlich

Das Libretto von „Don Pasquale“ stammt von einem Autor, dessen Name mit „M. A.“ abgekürzt wird. Dahinter dürften Donizetti selbst und Giovanni Ruffini stehen, die Handlung geht auf ältere Vorlagen zurück. Don Pasquale ist ein nicht mehr junger Mann, reich und geizig, stets verärgert, teils lächerlich und vor allem permanent gelangweilt. Daher beabsichtigt er, zu heiraten, natürlich eine schöne junge Frau. Bei der Brautschau soll ihm der zwielichtige Arzt Malatesta behilflich sein. Parallel dazu ist Don Pasquales Neffe Ernesto ebenfalls dabei, zu heiraten. Er ist in die mittellose Witwe Norina verliebt, was aber wiederum dem griesgrämigen Onkel nicht gefällt, dieser wünscht sich eine reiche Frau für Ernesto.

Intrigen, Verwechslungen, Täuschungen

In der Folge kommt es, ganz nach den Kriterien der komischen Oper, zu Intrigen, Verwechslungen und Täuschungen. Am Ende sieht Don Pasquale ein, dass ein Mann in seinem Alter und mit seiner Einstellung nicht auf die Liebe einer jungen Frau hoffen kann. Don Pasquale entstand in italienischer Sprache im Jahr 1842, die Uraufführung fand im Jänner 1843 im Theatre-Italien in Paris statt. Das Werk war vom ersten Tag an ein großer Erfolg. Noch 1843 gab es in London die Premiere, schon zuvor war das Wiener Kärntnertortheater Schauplatz einer umjubelten Aufführung. In New Orleans kam Don Pasquale 1845 erstmals in Amerika heraus. Bis heute wird Don Pasquale häufig gespielt, vielleicht auch deshalb, so mutmaßt die Musikwissenschaft, weil Donizetti versucht hatte, die Gattung der opera buffa in bestimmten Bereichen zu modernisieren. 

Die Inszenierung am Linzer Musiktheater lag in den Händen des „Komödienspezialisten“ Matthias Rippert, geboren 1988 in Heidelberg und ursprünglich Physiker, ehe er am Max-Reinhardt-Seminar in Wien Regie studierte. Die musikalische Leitung hatte Marc Reibel inne, der auf eine reiche Erfahrung zurückblicken kann. Insgesamt 60 Opern, Operetten, Musicals und Ballette hat er bisher umgesetzt. Aber auch dem Jazz gilt seine Leidenschaft, zum Beispiel erarbeitete er 2020 die Uraufführung der Neufassung von Eela Craigs „Missa Universalis“ im Brucknerhaus in Linz.

Aufführungstermine: 5., 17. Juni und 3. Juli

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