Diese Tage, jene Tage
Lob lässt die Herzen höher schlagen
An solchen Tagen läuft alles ab wie gewohnt, nichts Aufregendes spielt sich ab, irgendwie funktioniert es halt. Oder es scheint wieder einmal alles schiefzulaufen. Der Vorhang spießt sich, der Auftritt passt nicht, Kasperl hat einen Wattebausch im Gesicht oder mir fehlt ein Stück von der Nase. Da beginnen wir, an uns und unserem Drumherum zu zweifeln, und wir fragen uns, warum und wofür machen wir das alles?
Etwas Besonderes kommt daher
Doch dann gibt’s zum Glück auch jene Tage, die ganz anders sind. Irgendwie spürt man es sogar, dass etwas Besonderes daher kommt, auf das man vielleicht insgeheim schon lange gewartet oder gehofft hat. Das ist kürzlich passiert. Wir wurden wie aus heiterem Himmel zu einem sehr festlichen Ereignis eingeladen – zu einer sogenannten Ehrung. Zunächst dachten wir, es sei Spaß, aber es war echt. Also machten wir uns fesch und standen pünktlich gestriegelt und geschniegelt bereit.
Und dann: Applaus! Richtig echter Applaus. Und Worte, die hängen geblieben sind, wie „das habt ihr gut gemacht!“, „ihr seid wichtig“ und „danke für alles!“ Da sind wir plötzlich ganz ruhig geworden, was sonst gar nicht unsere Art ist. Und wir haben gemerkt, es wird gesehen, was wir tun. Das war echtes, ehrliches Lob! Seitdem stehen wir wieder voller Stolz da, auch wenn der Vorhang wieder einmal klemmt oder mein Kapperl schief ist.
Wir machen weiter – mit noch mehr Freude, Schwung und Puppen-Power. Und zum Schluss fällt mir noch etwas Gescheites dazu ein: Lob ist ein kurzes Wort, aber es wirkt laaange.
Christa Koinig ist künstlerische Leiterin des Linzer Puppentheaters.
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