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Glosse
10/07/2020

Die schnelle Mahlzeit als Fett-Falle

Frankfurter bestehen zu einem Viertel aus Fett und liefern 71 Gramm Cholesterin. Von Silke Kranz.

von Josef Ertl

Ähnlich wie kurz nach Weihnachten suchen mich auch nach dem Sommer viele Abnehmwillige auf, um ihr Gewicht und ihren Lebensstil zu optimieren. Obwohl die meisten von uns sich in der warmen Jahreszeit mehr bewegen, verlieren sie nicht unbedingt Gewicht. In der Mittagshitze gönnen wir uns ein Eis, an lustigen Grillabenden neigen wir dazu, etwas über die Stränge zu schlagen, laue Sommernächte laden dazu ein, mit dem einen oder anderen Achterl und ein paar Knabbereien länger im Garten zu verweilen. Und diese Kombination sorgt dafür, dass trotz der Aktivitäten untertags die Kilos hartnäckig auf den Hüften sitzenbleiben. Wenn wir dann im Herbst die langen Hosen wieder auspacken, entsteht der Eindruck, dass durch die Sommerhitze unsere Kleidung geschrumpft ist.

Transfettsäuren

Da komme ich ins Spiel und decke häufig durch Ernährungsprotokolle auf, dass es leider nicht am Gewand liegt. Mir fällt immer wieder auf, dass sich Würstchen und Co als schnelle Mahlzeit zwischendurch sehr großer Beliebtheit erfreuen. Wenn Sie glauben, dass dieses schnelle Essen auch ein leichtes ist, weil es ja nicht so lange sättigt und außerdem kein Fett sichtbar ist, muss ich Sie leider enttäuschen. Einhundert Gramm Frankfurter bestehen zu einem Viertel aus Fett und liefern satte 71 Gramm Cholesterin. Zusätzlich finden sich in diesem Fett vor allem gesättigte Fettsäuren und auch Transfettsäuren, welche sich negativ auf unser Gefäßsystem auswirken und somit das Risiko für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrkankungen fördern.

Hoher Fleischkonsum fördert Darmkrebs

Käsekrainer, Knacker, Wurst und Co gehören auch zu den sogenannten verarbeiteten Fleischprodukten. Das bedeutet, dass das Fleisch auf verschiedenste Weise behandelt wurde, um es haltbar zu machen oder im Geschmack zu verändern. Dass ein hoher Fleischkonsum einen Risikofaktor für die Entwicklung von Darmkrebs darstellt, ist bekannt. Die Internationale Krebsforschungsagentur, die der WHO angehört, hat verarbeitete Fleischprodukte allerdings noch schlechter eingestuft. Das bedeutet nicht, dass der Verzehr einer Bratwurst lebensbedrohlich ist, nur, dass es eine ausreichende Studienlage gibt, um diese Produkte in Zusammenhang mit dem Auftreten von Darmkrebs zu bringen. Ich will Ihnen keine Angst machen. Es fällt mir nur auf, dass viele Menschen mehrmals wöchentlich beim Würstelstand stehen, und das ist der Gesundheit keinesfalls zuträglich. Ich weiß, dass im stressigen Alltag nicht immer Zeit dafür ist, sich eine Mittagspause mit einer gesunden Mahlzeit zu gönnen. Aber wir können uns in der Früh eine Jause vorbereiten, viele Bäckereien und Geschäfte verkaufen vollwertige frisch belegte Weckerl, und ganz ehrlich: einen Apfel kann man sich auch immer einstecken.

 

Autorin Silke Kranz ist diplomierte Ernährungs- und Sportmedizinerin und Ärztin für Allgemeinmedizin in Bad Zell.

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