Chronik | Oberösterreich
01.04.2018

„Die Kriegskasse ist gefüllt“

Oberbank. Gasselsberger geht nach Sachsen – Tourismus ist ein neuer Schwerpunkt

„Unsere Kriegskasse ist mehr als gefüllt. Das erlaubt uns zu investieren. Wir werden weitere Filialen gründen und Mitarbeiter aufnehmen.“ Generaldirektor Franz Gasselsberger hat einen Lauf, das achte Jahr in Folge erzielte seine Oberbank 2017 mit einem Gewinn von 200,5 Millionen Euro nach Steuern einen neuerlichen Rekord. Die Dividende wird von 65 auf 90 Cent je Aktie um 40 Prozent kräftig erhöht.

In Sachsen sollen neue Filialen entstehen, in Baden-Württemberg wird ausgebaut. In Hessen sollen ebenfalls neue Filialen dazukommen. „In Sachsen gibt es eine mittelständisch geprägte Wirtschaftstruktur, wir Österreicher haben dort einen guten Ruf, nicht zuletzt wegen des Engagements von Red Bull in Leipzig“, erläutert Gasselsberger.

Im umliegenden Ausland ist die Oberbank mit ihren Filialen vor allem in Deutschland (28) und Tschechien (21) vertreten, aber auch in Ungarn (12) und der Slowakei (3). Von den insgesamt 161 Zweigstellen liegen bereits 64 außerhalb Österreichs, also nur 97 innerhalb (davon 27 in Wien). Bis 2020 waren zuletzt insgesamt 175 Filialen das erklärte Ziel.

In Österreich will er verstärkt Finanzierungen für den Tourismus anbieten. Das Volumen betrug in diesem Bereich bisher 400 Millionen Euro.

Nach den viele Erfolgsjahren sieht Gasselsberger nicht mehr viel Luft nach oben: „Wenn wir 2018 wieder das ausgezeichnete Ergebnis von heuer erreichen könnten, dann würde ich das als Erfolg sehen, wir haben 2017 wirklich davon profitiert, dass die Rahmenbedingungen günstig waren“, sagte er bei der Bilanzpräsentation. Die Stimmung in den Unternehmen sei so gut, wie schon lange nicht mehr, bei den Privatkunden sei der Trend zu Immobilien ungebrochen. Der Bankchef sieht die Gefahr einer Überhitzung.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr erhöhte sich die Kernkapitalquote der Oberbank um 0,76 Prozentpunkte von 16,27 auf 17,03 Prozent. Bei der

Kosten-Ertrags-Relation schnitt die Bank mit „erstmals unter 50 Prozent“ (49,9 Prozent) besser ab als der Gesamtmarkt, der zuletzt eine Quote von 66 Prozent auswies. Nach drei Kapitalerhöhungen, die den Streubesitz von 19 auf 31 Prozent ausweiteten, hat die Bank hier keine weiteren Ambitionen.

Die Bilanzsumme stieg 2017 um 8,7 % auf 20,8 Mrd. Euro, das Kreditvolumen nahm um 7,1 Prozent auf 14,8 Mrd. Euro zu – 3,1 Mrd. Euro davon entfielen auf Privatkredite (plus 6,1 Prozent). Das gesamte Zinsergebnis verbesserte sich um 7,7 Prozent auf 387,5 Mio. Euro. Die Risikovorsorgen erhöhten sich gegenüber dem Jahr davor von 25 Mio. auf 28,4 Mio. Euro, die Wertberichtigungsquote von 0,16 auf 0,19 Prozent.