Der Vorsitzender der Radlobby OÖ ist täglich mit dem Rad unterwegs

© Radlobby Steyregg

Chronik | Oberösterreich
03/23/2019

Die Baustellen im Radwegenetz

Woran es aktuell noch hapert und was schon funktioniert: Die Knackpunkte im Überblick

2010 stieg Gerhard Fischer nach einem Verkehrsunfall auf das Rad um, seitdem radelt der Vorsitzende der Radlobby OÖ täglich 20 Kilometer von Steyregg nach Ennsdorf in die Arbeit, und wieder zurück.

Das gesundheitliche Fazit: null Krankenstandstage seit 2010. Das finanzielle: „Wir haben unser zweites Auto und somit 4000 bis 5000 Euro pro Jahr eingespart.“

Fischer brennt für seine Leidenschaft und wurde deshalb aktiv, alles ehrenamtlich, versteht sich. Er klopft bei Politikern an, fordert Informationen, stellt unangenehme Fragen. Alles mit einem Ziel: Das Alltagsradeln in Oberösterreich populärer, einfacher und sicherer zu machen. Für die Umwelt, die Gesundheit und das Geldbörsel.

2014 wurde vom Land OÖ das „Hauptradroutenkonzept“ vorgestellt – mit dem Ziel, 80 bis 100 Kilometer Radwege zu bauen. Aktuell, also fünf Jahre später, sind zwei Kilometer davon fertig, nämlich der Radweg von Linz nach Puchenau. Ein Kilometer ist derzeit in Steyregg in Bau. „Wenn es in diesem Tempo weitergeht, sind die Ziele in 50 bis 60 Jahren erreicht“, sagt Gerhard Fischer. Ihm fehle bei den Politikern das Bewusstsein, dass Investitionen in den Radverkehr tatsächlich Stau- und Umweltprobleme in den Ballungsräumen lösen können. „Die meisten denken, das ist einfach eine Spinnerei.“

Keine durchgängigen Routen

Weitere Knackpunkte im Radverkehr: Es fehlen durchgängige Radrouten durch Linz. Die Nibelungenbrücke ist seit jeher eine Problemstrecke für Radler. Die Westringdonaubrücke, bei der soeben mit dem Bau begonnen wurde, wird komplett ohne Geh- und Radwege errichtet. Auch auf aktuelle Entwicklungen werde nicht Rücksicht genommen: „Ab sofort dürfen ja auch Scooter auf dem Radweg fahren, da wird es oft sehr eng.“