Der Marder, der Fuchs und die zwei Häschen

Heute habe ich eine richtig spannende Osterhasen-Geschichte für euch. Im Garten meiner Menschenfamilie, in einem gemütlichen Hasenhaus, mit einem Schutzgitter rundherum, wohnen Lucky und Balu, zwei hübsche, zahme Häschen. Von Christa Koinig.
Seppy

In der Nacht zum Ostersonntag, als die beiden gerade an ihren Freund, den kleinen Toffee, dachten, der eines Nachts spurlos verschwunden war, kam Martes wieder einmal um die Ecke geschlichen. Martes ist – ein Marder.

„Was macht ihr denn, ihr lieben Haserln?“, fragte er und grinste. Dabei konnte man seine scharfen, kleinen Zähnchen sehen, und als er versuchte, am Gitter zu rütteln, riefen die beiden schnell: „Wir haben Ostereier versteckt!“ Wenn er die beiden Häschen schon nicht haben kann, dann wenigstens die Ostereier, dachte Martes wahrscheinlich, und gierig fragte er: „Wo denn, wo denn?“ „Ostereier muss man suchen!“, riefen sie und kicherten leise, denn sie wussten, dass nebenan ein paar Eier in einer Falle versteckt waren, um den Marder hineinzulocken. 

Martes tappte natürlich prompt in die Marderfalle. Und die Häschen kicherten noch lauter. Aber das verging ihnen im nächsten Augenblick sofort wieder. Denn jetzt kam der, mit dem niemand gerechnet hatte. Es war der eigentliche Hasendieb, der Fuchs persönlich. Und der machte sich sofort daran, am Gitter zu zerren – aber zum Glück vergeblich. Auch die Kamera, die das alles aufgezeichnet hatte, bemerkte er zu spät. Das war ihm dann ziemlich peinlich, mit hängenden Ohren schlich er wieder davon. Der Marder wurde in der Früh wieder freigelassen – und wieder einmal haben alle gelernt: Es ist nicht immer schuldig, wer verdächtig scheint.

Christa Koinig ist künstlerische Leiterin des Linzer Puppentheaters

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