Romana Philipp (Geschäftsführerin), Christ Koinig (künstlerische Leiterin) und Bettina Bayr-Gschiel (Sonderprojekte)

© Hermann Wakolbinger

Chronik Oberösterreich
09/15/2020

Der Kasperl ist in weiblicher Hand

Das Linzer Puppentheater feiert am Donnerstag sein 50-Jahr-Jubiläum.

von Josef Ertl

„Zum dritten Geburtstag meiner Tochter Bettina habe ich das erste Mal Puppentheater gespielt“, erinnert sich Christa Koinig. Das war im April 1970. Koinig hat das Puppentheater gegründet und ist heute noch die Seele der Bühne und künstlerische Leiterin. „Ohne Kasperl geht gar nichts“, sagt sie. Aber ohne sie auch nichts.

Geschichten erzählen

„Meine eigentliche Motivation, Puppentheater zu spielen, war von Anfang an, Geschichten zu erzählen. Das habe ich schon seit meiner Kindheit gerne gemacht. Geschichten, die das Leben schreibt, die sich mit der Lebensumwelt der Kinder beschäftigen und wichtige Botschaften vermitteln“, so Koinig. „Durch eine Puppe ist es möglich, das Innerste des Kindes zu erreichen, was oft im persönlichen Gespräch nicht möglich ist.“

10.000 Vorstellungen

In den 50 Jahren ist der Kasperl bereits in 10.000 Vorstellungen aufgetreten. „Es gibt pro Jahr 150 Vorstellungen, zu denen 10.000 große und kleine Kasperlfans kommen“, zieht Romana Philipp, Geschäftsführerin und Enkelin von Christa Koinig, Bilanz. Zum Kernteam gehört auch Bettina Bayr-Gschiel, sie ist die Tochter von Christa Koinig und Mutter von Romana Philipp. „Ich identifiziere mich mit Basti, dem Drachen, und der Hexe Zwiderwurz. Ich bin vom großen ins kleine Kasperltheater zurückgekehrt.“ Bayr-Gschiel war früher Politikerin, Abgeordnete zum Nationalrat, Linzer Gemeinderätin und Landesgeschäftsführerin der SPÖ. Vor eineinhalb Jahren hat sie die Politik an den Nagel gehängt.

Puppen selbst gebastelt

Zu Beginn des Puppentheaters wurde mit Kaufhauspuppen gespielt, doch schon bald entwickelte und bastelte Christa Koinig ihre eigenen Puppen. „Ich habe meine eigenen Charaktere entwickelt und ihnen quasi Leben eingehaucht. Die Puppen sind im weitesten Sinn meine Familie. Jede einzelne hat ihre Eigenheit, ihre Stärken und Schwächen. Keine Figur ist nur böse, keine ist nur gut, alle haben ihre Macken, so wie es im Leben auch ist.“ Neben dem Kasperl ist Seppy die zentrale Figur. Weit mehr als 300 Figuren und Puppen hat Koinig im Laufe ihres Lebens bereits angefertigt und mehr als 500 Geschichten geschrieben.

Programm für Groß und Klein

Zum 50-Jahr-Jubiläum feiert das Puppentheater mit einem umfangreichen Programm für Groß und Klein. Bettina Bayr-Gschiel, Leiterin der Sonderprojekte: „Eröffnet werden die Festtage mit Donnerstag, 17. September im Linzer Puppentheater gemeinsam mit Landeshauptmann Thomas Stelzer und Bürgermeister Klaus Luger. Im Showact tritt Jessie Ann De Angelo auf.“

Im Brucknerhaus

Am Freitag, 18. 9. erobert Kasperl das Brucknerhaus. Im Mittleren Saal wird um 9.30 Uhr das neue Stück „Der eingebildete Gockelhahn“ aufgeführt. Um 14 Uhr gibt es das musikalische Mitmachprogramm „Wiff-Jack, Hell & Frisch!“ für Kinder ab fünf Jahren (ebenfalls im Mittleren Saal).

Bayr-Gschiel: „Puppentheater ist zeitlos und der Kasperl beliebter denn je, das merken wir auch nach 50 Jahren aktiver Puppentheater-Zeit.“

www.puppentheater.at

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