Der Fremdling mit dem Käfig

In unserem neuen Stück spielt Omama wieder eine wichtige Rolle. Zunächst erzählt sie aufgeregt, dass sie im Wald ein Gespenst gesehen hat, und voller Neugier und Mut machen wir uns gleich auf den Weg, diese Gestalt zu suchen: Kasperl, der Drache Basti und ich. Von Christa Koinig.
Seppy

Natürlich finden wir kein Gespenst. Es ist eine Eule, die sich verletzt hat, und die glaubt, sich verstecken zu müssen, weil sich im Wald ein Fremdling mit einem Käfig herumtreibt.

Wie in all unseren Geschichten gibt’s auch diesmal ein gutes Ende, doch bis dahin herrscht jede Menge Aufregung. Basti gräbt eine tiefe Grube, damit der vermeintliche Bösewicht hineinfällt, und wir ihn zur Rede stellen können. Ungeschickt, wie ich nun mal bin, bin ich natürlich der Erste, der in diese Grube fällt. Und die Kinder wissen nicht, können sie darüber lachen oder soll ich ihnen leidtun. Schließlich landet aber doch dieser merkwürdige Fremdling etwas unsanft in der Grube. Und siehe da, der ist gar nicht so böse, wie wir vermutet hatten. Es ist ein Tierarzt, und er möchte der Eule nur helfen. Doch dafür müsste er sie zunächst einmal einfangen.

Durchatmen und überlegen

Jetzt können wir über unsere Aufregung nur mehr lachen, und auch die Eule kommt erleichtert aus ihrem Versteck. Da kam auch Omama des Weges und meinte schmunzelnd: „Seht ihr! Oft hilft es, einfach kurz durchzuatmen und ein bisserl zu überlegen. Dann sieht man, nicht jeder Fremdling ist ein Bösewicht, nicht jedes Gespenst ist gruselig und nicht jeder Schatten ein Monster. Oft steckt hinter manch großer Aufregung nur ein Missverständnis. Und wenn dann alle gemeinsam lachen können, ist die Welt wieder in Ordnung.“

Christa Koinig ist künstlerische Leiterin des Linzer Puppentheaters

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