Der Zuzug in die Gemeinden rund um den Attersee ist stark

© Josef Leitner

Chronik | Oberösterreich
07/14/2019

„Atterseegebiet erlebt ein Revival“

Die Nachfrage am Attersee zu wohnen steigt. Die Gemeinden wehren sich gegen den Druck der Zweitwohnsitze.

„Seit 10, 15 Jahren gibt es ein Revival des Atterseegebietes. In einer Entfernung von zehn bis 20 Kilometer gibt es tausende Arbeitsplätze. So zum Beispiel bei der Firma Stiwa oder bei der Lenzing AG. Viele dieser Menschen wollen rund um den Attersee wohnen. Deswegen sind alle Gemeinden um den See Zuzugsgemeinden.“

 

Karl Leitner, Gesellschafter des Bauträgers Wohnzone und früherer Vizebürgermeister von Vöcklabruck, erklärt so den steigenden Wohnbedarf der Gegend und die wachsenden Grundstückpreise. Die Wohnzone ist auch Bauträger für das heftig diskutierten Neubauprojekt in Weyregg (Bericht Seiten 6 und 7). Leitner hält es wegen der Nachfrage für notwendig, die Orts-und Stadtzentren moderat und verträglich zu verdichten. „Genau das passiert in Weyregg. Derartige Neubauten auf die grüne Wiese am Ortsrand zu setzen wie das Nikolas Bracher vorschlägt, halte ich für falsch.“ Dass unmittelbar betroffene Anrainer „ängstlich und vorsichtig-ablehnend“ reagieren, sei kein Spezifikum von Weyregg. „Es handelt sich dort um drei Häuser, davon zwei mit fünf Wohnungen und eine mit acht Wohneinheiten. „Das sind keine Ungetüme.“

 

Das Argument, dass hier Zweitwohnsitze für reiche Leute gebaut werden, weist Leitner zurück. „Das ist definitiv eine Falschaussage. „Weyregg ist sogenanntes Vorbehaltsgebiet, wo aufgrund einer Verordnung der Landesregierung der Bau von Zweitwohnsitzen verboten ist. Ich sage das jedem Interessenten, die Gemeinden kontrollieren das. Natürlich gibt es die Möglichkeit der Vermietung.“ Keine Antwort gibt Leitner auf die KURIER-Frage, wie viel Geld die Wohnzone in das Projekt investiert und wie hoch die Quadratmeterpreise für die Wohnungen sein werden.

 

Weyreggs Bürgermeister Klaus Gerzer bestätigt, dass Weyregg eine Zuzugsgemeinde ist. Seit seinem Amtsantritt vor zehn Jahren sei die Gemeinde um mehr als 100 Bewohner auf mehr 1600 gestiegen. „Weyregg muss eine Wohngemeinde sein. Wir haben auch sehr viel für die Kinderbetreuung getan.“ Dadurch seien viele Familien zugezogen.

Vor einigen Jahren wurde im Zentrum Weyreggs die GSG-Siedlung mit geförderten Wohnungen errichtet, die wirklich gelungen ist und gut ins Ortsbild passt. Diese Wohnungen haben zwischen 160.000 und 400.000 Euro gekostet.

Probleme mit Hotels

Seit mehreren Jahren plant Peter Untersperger, Vorstand der Saline AG und gebürtiger Weyregger, ein Hotel auf dem Areal der ehemaligen Landwirtschaftsschule auf dem Wachtberg. „Bis heute haben wir da oben nicht einmal ein Vogelhäuserl“, so Gerzer. Das Land wolle als Grundstückseigentümer den Optionsvertrag nicht mehr verlängern. Und die Gemeinde wolle mit dem Baulandsicherungsvertrag den Bau von Zweitwohnsitzen verhindern.

 

Das ehemalige Seehotel am Seeufer hat der CLV an eine Eigentümergruppe unter der Führung von Anton Kammerstätter verkauft. „Es wird nicht mehr als Hotel geführt, aber sie zahlen die Tourismusabgabe. Sie nutzen die Räume privat. Sie tun so als ob sie die Zimmer an sich selbst vermieten. Wir haben uns das Haus schon auf bauliche Veränderungen Richtung Wohnungen angesehen. Das dürfen sie nicht.“ Es sei ihnen schwer nachzuweisen, dass es sich um eine Scheinkonstruktion handle.