Buschverschwindröschen und Mampfdotterblume
Seppy mit den Frühlingsblumen
Das Wasserl grüßt mich gleich freundlich, „hallo, lange nicht gesehen,“ und gluckst lustig weiter. Die Blumen sind seit meinem letzten Spaziergang kräftig gewachsen, Sträucher haben zarte grüne Blätter bekommen, und alle nicken mir fröhlich zu. Eine paar Bienen mampfen gerade genüsslich an gelben Blumen, die am Ufer wachsen.
Aber wie war der Name doch gleich? „Ah! Mampfdotterblume!“ rufe ich ganz laut. Da müssen die kleinen duftenden Blütensterne nebenan kichern, und sie verstecken sich zwischen grünen Grasbüscheln. Kein Wunder, es sind ja die Buschverschwindröschen. Und die blau-rosa Blümchen? Das sind wohl die Max-und-Moritz-Blumen?
Verliebt in den Frühling und in das Leben
Ich kann gar nicht so richtig nachdenken, irgendwie bringe ich alles durcheinander. Meinen Text hab ich längst vergessen und auch die Melodie für mein Lied fällt mir nicht mehr ein. Gerade als ich versuche, mich wieder ein wenig zu konzentrieren, gluckert das Wasser ganz laut und wirbelt meinen ganzen Rhythmus durcheinander. Wenn ich ein Herz hätte, würde es jetzt wohl ganz kräftig klopfen. Was ist los mit mir? Aber urplötzlich weiß ich, was das alles bedeutet. Ich bin verliebt! Verliebt in den Frühling, die Blumen, die Sonne, das Summen, das Plätschern, das Zwitschern, in all das Neue und Schöne um mich herum. Und ich bin verliebt in das, was die Menschen Leben nennen. Hänsel-und-Gretel-, Sumpfdotterblumen und Buschwindröschen werden mir das bisserl Durcheinandersein verzeihen.
Christa Koinig ist künstlerische Leiterin des Linzer Puppentheaters
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