Nach dem Frontal-Crash im Kreisverkehr wurde Kleinwagen des Ehepaares aus NÖ gegen Hauswand geschleudert

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Chronik Oberösterreich
08/05/2019

Blutanalyse soll Rätsel um desaströse Unfallfahrt lösen

Paar aus NÖ wurde bei Wahnsinnsfahrt eines Burschen in Steyr frontal gerammt. Eine 44-Jährige kämpft auf Intensivstation ums Überleben.

von Wolfgang Atzenhofer

Ein regelrechtes Schlachtfeld und eine in der Linzer Kepler-Klinik im Tiefschlaf ums Überleben kämpfende Frau hinterließ die Wahnsinnsfahrt eines 18-Jährigen am Sonntagvormittag in Steyr. Polizei und Justiz wird dieser Fall von Raserei noch lange beschäftigten. Der Grund für die Horrorfahrt bleibt vorerst unklar und soll sich durch die toxikologische Analyse einer Blutprobe des Burschen klären. Die wird aber erst in vier bis sechs Wochen vorliegen, heißt es bei der Staatsanwaltschaft Steyr.

Wie berichtet, fuhr der 18-Jährige wie von Sinnen in Steyr stadteinwärts. Zeugen beobachteten, wie er mit weit überhöhtem Tempo über die Haratzmüller Straße raste. Um drei Autos überholen zu können überfuhr der Raser eine Doppelsperrline und benutzte die Gegenfahrbahn. Dabei touchierte er ein entgegenkommendes Auto und eines der Fahrzeuge, die er überholte.

Kreisverkehr

Als der 18-Jährige dann entgegen der Fahrtrichtung in einen Kreisverkehr einfuhr gab es für einen 46-jährigen Lenker aus St. Peter/Au, Bezirk Amstetten, in NÖ keine Ausweichmöglichkeit. Durch die Wucht des Frontalzusammenstoßes wurde der Pkw des Mostviertlers gegen eine Hauswand geschleudert, die zum Teil einbrach. Er und seine lebensgefährliche verletzte Ehefrau mussten von der Feuerwehr aus dem Wrack geborgen werden.

Der Bursch, der ebenfalls verletzt wurde, begann während der Rettungsaktion zu randalieren und ging auf Sanitäter und Polizisten los. Schließlich musste er vor dem Transport ins Spital mit Pfefferspray gefügig gemacht werden.

„Es ist völlig rätselhaft, warum der Lenker im Kreisverkehr diesen Weg genommen hat“, sagt der Steyrer Staatsanwalt, Andreas Pechatschek. Das im Spital beschlagnahmte Blut des Unfalllenkers wird nicht nur auf Alkohol, sondern auch auf Substanzen, die das Bewusstsein einschränken, untersucht.