Blau-Weiß Linz: Zuversicht am Donaustrand
Die Fans hoffen auf Siege.
„Treue zeigen“ lautet die Devise bei Blau-Weiß Linz. Nach dem Abstieg der Profitruppe in die Zweitklassigkeit sind die Dauerkartenbesitzer aufgerufen, ihre Abos zu verlängern.
„Gerade jetzt“ müsse Liebe zum Verein bewiesen werden, wie es etwas trotzig heißt. Die Anhängerschaft versteht die Botschaft, mehr als 2.000 Jahreskarten sind bereits weg.
Das Abenteuer Bundesliga dauerte gerade einmal drei Saisonen, wobei in der in bester Lage am Donaustrand hingepflanzten neuen Arena die Bäume zwischenzeitlich in den Himmel zu wachsen schienen. Im Spieljahr 2024/25 durfte Blau-Weiß im Meister-Play-off mitmischen. Doch auf den Höhenflug folgte heuer der Totalabsturz, Abstieg inklusive. „Wir haben auch mit externen Experten eine umfangreiche und schonungslose Analyse der vergangenen Saison durchgeführt“, sagt Geschäftsführer Christoph Peschek (42).
Geschäftsführer Christoph Peschek
Die Schlussfolgerungen sollen in die personellen und inhaltlichen Weichenstellungen einfließen, die unverzüglich umgesetzt werden sollen. Drei Entscheidungen sind bereits getroffen worden: Cheftrainer Michael Köllner (56) bleibt, ebenso Sportdirektor Christoph Schösswendter (37). Ihm wird für Scouting und Kaderplanung Mauricio Zoccola (56) zur Seite gestellt, der vom TSV Hartberg nach Linz wechselt.
Michael Köllner bleibt Cheftrainer.
Scheiblehner vertröstet
Damit ist beizeiten und früher als im Vorjahr Klarheit geschaffen. Dort ist der Ursprung des Schlamassels zu verorten. Aufstiegstrainer Gerald Scheiblehner (49) wurde punkto Vertragsverlängerung monatelang hingehalten, sodass er sich in Richtung Grashoppers Zürich vertschüsste. Somit stand der Klub kurz vor dem Saisonauftakt ohne Chefcoach da. Mitja Mörec (43) wurde auf die Schnelle vom Zweitligisten Favoritner AC abgeworben und nach nicht einmal einem halben Jahr gefeuert. Köllner sollte es richten. Doch auch mit ihm misslang der Klassenerhalt, sein Punkteschnitt von 1,13 war nur unwesentlich besser als die 1,06 von Mörec. „Köllner hat mit der Mannschaft sehr gute Arbeit geleistet und passt auch vom Charakter her zu uns“, begründet Peschek, warum der Deutsche den prompten Wiederaufstieg dirigieren soll.
Sofortaufstieg?
Doch der ist zuletzt keinem Absteiger gelungen. SV Ried und Austria Lustenau haben es erst im zweiten Anlauf geschafft, Admira Wacker und St. Pölten bis dato gar nicht. Austria Klagenfurt hat sich nach Insolvenz in die Bedeutungslosigkeit der dritten Liga verabschiedet. „Der Wunsch ist sofort“, skizziert Vorstandsvorsitzender Johann Kalliauer den Aufstiegsplan, relativiert die Ambitionen aber sogleich: „So rasch es irgendwie geht.“ Bei allem Optimismus sei Realismus angebracht. Da sind voran die Finanzen, in Liga zwei fließen die TV-Gelder nicht so üppig wie in der Bundesliga. „Es reißt schon ein großes Loch“, weiß Kalliauer.
Sponsoren bleiben
Umso erfreulicher sei, dass die Sponsoren in gleichem Umfang erhalten bleiben. Wie viel abgespeckt werden muss, mag Peschek aus Wettbewerbsgründen nicht verraten. Ziel sei, einen konkurrenzfähigen Kader zusammenzustellen und jede Position doppelt zu besetzen. „Alles daransetzen, in die Bundesliga zurückzukehren“, lautet laut Peschek die Devise. Denn dort gehöre Blau-Weiß hin.
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