Chronik | Oberösterreich
26.06.2018

Babyboom: Stadt muss provisorische Kindergärten bauen

Über den Sommer werden Container-Quartiere gebaut.

Ein bereits im dritten Jahr andauernder Babyboom und stetiger Zuzug lassen Österreichs drittgrößte Stadt wachsen. Eine Konsequenz daraus ist, dass die Landeshauptstadt ihr vor drei Jahren beschlossenes Ausbauprogramm bei den Kindergärten kräftig nachjustieren muss. Um schon im Herbst anstehenden Bedarf an Betreuungsplätzen abdecken zu können, müssen über den Sommer Behelfsobjekte adaptiert und Container-Kindergärten errichtet werden.

„Es ist eine Freude, aber auch eine Herausforderung. Aber wir halten am Versprechen fest, dass jedes Kind ab dem Alter von drei Jahren einen Kindergartenplatz bekommt“, erklärt die Linzer Vizebürgermeisterin Karin Hörzing, SPÖ. Mit den 6500 Kindergartenplätzen und 1500 Betreuungsplätzen in Krabbelstuben findet die Stadt nach der jüngsten Bedarfsprognose ab September nicht mehr das Auslangen.

Bei der morgen, Donnerstag, anstehenden Gemeinderatssitzung wird daher ein kurzfristiges Übergangs- und Ausbauprogramm zur Abstimmung gebracht. 13 neue Kindergartengruppen mit jeweils 20 bis 25 Kids und dazu acht Gruppen in Krabbelstuben (je zwölf Kleinkinder) müssen in den nächsten Wochen eingerichtet werden.

Millionenbedarf

Die zuständige Liegenschafts-Stadträtin Regina Fechter, SPÖ, nennt einen kurzfristigen Investitionsbedarf von 2,2 Millionen Euro für etliche Containerhorte und Gebäudeadaptierungen. Dieses Geld sei überhaupt nur deshalb verfügbar, weil ein schon fix geplanter Umbau des Volkshauses im Stadtteil Bindermichl nicht realisiert wird, schildert Fechter.

Gleichzeitig werde auch an einem bereits fixierten Neubauprogramm bei den Kindergärten festgehalten, versichert Vizebürgermeisterin Hörzing. Denn der Babyboom der vergangenen Jahre dürfte auch heuer anhalten. Der hohe Level der vergangenen Jahre bei den Geburten sollte auch 2018 anhalten. Im vergangenen Jahr konnte mit 2213 Babys das Rekordjahr 2016 eingestellt werden. Laut Bevökerungsprognose, die von 204.000 Einwohnern am 1. Jänner 2017 ausgeht, soll Linz bis 2027 auf 222.000 Bürger anwachsen. Allein die Gruppe der Vorschulkinder soll um 13 Prozent ansteigen.

Wolfgang Atzenhofer