Teile der Autobahnumfahrung Budweis sind schon fertig

© Josef Ertl

Tschechien
10/05/2019

Autobahn Budweis-Wullowitz 2025 fertig

Südböhmen baut die Autobahn aus. Die Wirtschaft Tschechiens boomt, es herrscht Arbeitskräftemangel

von Josef Ertl

Böhmen rückt näher an Österreich. Tschechien baut intensiv an der Autobahnumfahrung Budweis, Teilstücke können bereits befahren werden. Davon konnte sich die 27-köpfige Reisegruppe von Pro Oriente unter der Führung von Altlandeshauptmann Josef Pühringer, Bischof Manfred Scheuer und Schlägls Abt emeritus Martin Felhofer persönlich überzeugen. Immer wieder sind auf der 42 km langen Strecke vom österreichischen Grenzübergang Wullowitz bis Budweis Baustellen zu sehen.


Beim Besuch des Parlaments in Prag bestätigte der Abgeordnete Jahn Zaradnik (70), der von 2000 bis 2008 Kreishauptmann von Budweis gewesen ist, die Ausbaubemühungen. „Es ist unsere wichtigste Aufgabe, die Autobahn von Budweis nach Wullowitz zu bauen. Sie wird 2025 fertig sein“, sagte er im KURIER-Gespräch.

Problemstück Tabor-Prag

Aber es wird noch Jahre dauern, dass die Autobahn von Linz nach Prag durchgehend befahrbar ist. Zaradnik: „Das Teilstück von Tabor nach Prag (90 km) wird noch lange dauern, weil die Menschen in Mittelböhmen gegen den Bau sind.“ Fertig ist hingegen das 60 km lange Teilstück von Budweis nach Tabor.

Besuch im Parlament

Zaradnik, der Abgeordneter der oppositionellen konservativ-liberalen ODS ist, führte die 27-köpfige Pro-Oriente-Gruppe Dienstag durch das tschechische Parlament in Prag, das im Gegensatz zu Wien kein eindrucksvolles Gebäude in einem Stück ist, sondern sich über mehrere frühere Adelspalais’ erstreckt.

Das Wirtschaftswachstum beträgt 2,3 Prozent, die Arbeitslosigkeit ist mit zwei Prozent unglaublich niedrig. Zaradnik: „Wir brauchen rund 200.000 bis 300.000 Arbeitskräfte.“ Trotzdem hat die Regierung einen Haushaltsentwurf für 2021 vorgelegt, der für das 1300 Milliarden Kronen (25 Kronen sind ein Euro) umfassende Budget einen Abgang von 40 Milliarden vorsieht. Für Zaradnik ist er viel zu hoch. Er meint, die Regierung verpasse es nun, sich einen finanziellen Spielraum zu verschaffen, um beim absehbaren wirtschaftlichen Abschwung gegensteuern zu können. Als zweites Hauptproblem sieht er Ministerpräsident Andrej Babiš („ein Milliardär mit einem sozialistischen Programm“), der sich auf eine Koalition mit seiner Partei ANO mit den Sozialdemokraten stützt. Die Minderheitsregierung wird von den Kommunisten gestützt. Zaradnik: „Alles, was nach der Wende 1989 passiert ist, ist für ihn schlecht. In den Umfragen liegt seine Partei ANO regelmäßig bei 31 Prozent.“

Pühringer und Zaradnik befreundet

Aus seiner Zeit als Kreishauptmann verbindet Zaradnik eine Freundschaft mit Altlandeshauptmann Pühringer, der nun Vorsitzender von Pro Oriente ist. Die Stiftung bemüht sich um Kontakte zu den orthodoxen und osteuropäischen Kirchen.

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