Annas Linzer Zuckerln
Anna Shtyn, eine Powerfrau
Beim 55-Jahr-Jubiläum des Linzer Puppentheaters lagen für die großen und kleinen Gäste Säckchen auf, die einige Zuckerln enthielten. Keine normalen Zuckerln, sondern Zuckerln, geziert mit dem Porträt des Kasperls.
Eine Spezialausgabe der Linzer Zuckerln von Anna Shtyin. Die gebürtige Ukrainerin produziert sie seit 2023 in Linz-Ebelsberg. „Der Kasperl ist so süß geworden. Die Zuckerl sind 100 Prozent Handarbeit. Ich verwende keine Maschinen, ich bin selbst eine Maschine“, erzählt die 45-Jährige lachend. Sie ist eine Powerfrau.
„Mein Hauptgeschäft sind Hartkaramell-Zuckerl mit Logo für Firmen. Die Bestellungen kommen online (linzerzuckerl.at), ich produziere, verpacke und verschicke sie. Es gibt auch noch Fruchtgummis und Marshmallows, Lollis und Toffees, das ist Sahnekaramell aus Schlagobers, Zucker, Glucosesirup und Butter.“
Fruchtgummis
Für Firmen, die die Zuckerln beispielsweise bei Messeauftritten auflegen, sind die Mindestbestellmengen drei Kilogramm, für normale Konsumenten gibt es kleinere Packungen. Derzeit ist die Osteredition in Vorbereitung, im Zuckerl ist der Osterhase ebenso zu sehen wie Eier, Kücken und Blümchen. Diese Zuckerln kann man online in jeder beliebigen Menge bestellen.
100 kg Zucker/Woche
Die Mengen, die Anna verarbeitet, sind nicht wenig. Im Schnitt benötigt sie pro Woche rund 100 Kilogramm Zucker. Pro Tag kann sie bis zu 25 kg verarbeiten und vier Chargen Zuckerl herstellen.
Anna kommt aus der Ukraine. Sie hat früher in einer Werbeagentur in Kiew gearbeitet. 2016 ist sie über den Kontakt einer ukrainischen Freundin, die in Linz verheiratet ist, hieher gekommen. Die beiden wollten gemeinsam etwas Handwerkliches machen. Durch Zufall sind sie bei einem Auslandsurlaub auf die Idee der Zuckerlherstellung gestoßen. Die dafür notwendige Ausbildung hat Anna in der georgischen Hauptstadt Tiflis gemacht.
„Didi kocht super“
Seit 2017 ist sie mit ihrem Partner Dietmar Prammer zusammen, der inzwischen zum Linzer Bürgermeister aufgestiegen ist. Wie ist es an seiner Seite? „Wir sind sehr ähnlich. Wir lieben dieselben Sachen wie zum Beispiel Serienschauen. Wir gehen gemeinsam ins Kino, wir verreisen gerne, wir kochen gemeinsam. Didi kocht gerne und super. Wir genießen das. “
Anna mit ihrem Partner Didi Prammer, dem Linzer Bürgermeister
Aber auch: „Ich habe ein paar Verpflichtungen, ihn zu begleiten“, sagt sie. „Mich freut es, bei Sportveranstaltungen dabei zu sein. Beim Fußball, Tennis oder beim Volleyball.“ Bei Bällen sei dies ein bisschen anders, denn das bedeute Stress, sie müsse sich ein passendes Kleid aussuchen und nach der Arbeit noch entsprechend kleiden. Didi sei viel unterwegs, „es ist für mich schon ungewöhnlich, wenn er am Abend zu Hause ist. Er schafft das so gut.“ Ihr Lieblingshobby ist Wandern, möglichst in den Bergen, „ich liebe es, wenn es hoch und anstrengend ist“, Didi bevorzuge eher das flachere Mühlviertel.
Zuckerl für den Linz-Tourismus mit dem Logo "take a risk".
Zu ihrer Heimat hält Anna Kontakt. Ein bis zweimal jährlich fährt sie zu ihrer Mutter, die in einem Ort nahe Lemberg wohnt und sich um die Oma kümmert. Ihre Schwester lebt in Madrid. Sie traue sich nicht mehr nach Kiew, sagt sie, „es ist so gefährlich geworden“. Ihre Freundinnen treffe sie in Lemberg.
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