Chronik | Oberösterreich
25.05.2018

Alkoholverbot gilt, aber Hinweise fehlen

Lokalaugenschein des KURIER im Linzer Hessenpark am ersten Tag des Alkoholverbots.

„Ich weiß von keinem Alkoholverbot, ich lese keine Zeitung.“ Am ersten Tag des für den Linzer Hessenplatz verordneten Alkoholverbots erwischten Kontrolleure des Linzer Ordnungsdienstes gestern auf den Bänken im zentralen Park des Platzes so manchen Unwissenden mit einer Dose Bier. Doch gestraft wurde noch niemand, Aufklärung war angesagt. Auch der Unmut der „Stammgäste“ im Park fiel verhalten aus.

Donnerstag im Gemeinderat von einer satten Mehrheit beschlossen, hatte das Alkoholverbot mit dem Aushang im Rathaus am Freitag gleich Gültigkeit. Mit der Maßnahme soll die immer wieder unangenehm aufgefallene Szene aus dem Park vertrieben werden.

Keine Information

Freitagvormittag warnten weder Info- noch Verbotszeichen Durstige vor drohender Bestrafung bei Alkoholkonsum. 35 bis 218 Euro kann ein falscher Schluck kosten.

„Wo sollen wir jetzt hin“, meinte einer der Betroffenen. Vom Verbot hatte er gehört, aber nicht gewusst, dass es schon gilt. Der junge Mann leerte die Dose Gambrinus-Bier, bevor die zwei Kontrolleure des Ordnungsdienstes auftauchten. Die berichteten, dass am Morgen die Bänke außerhalb des Parks gut gefüllt gewesen seien. „Die wussten nicht, dass das Biertrinken auch dort nicht erlaubt ist“, berichtete der Ordnungshüter im roten Uniformhemd. Das Alkoholverbot wurde für den gesamten Hessenplatz bis zu den umliegenden Häuser verhängt. Ausgenommen sind Gastrobetriebe, wie ein Hotel oder die Imbissstube von Günther Krämer. „Bei mir hat sich nichts geändert. Im Park war es schon die ganze Woche ruhig“, schilderte er. Kunden aus der Alko-Szene kauften bei ihm aus Preisgründen ohnehin nie ein.

Im Park anzutreffen war auch ÖVP-Vizebürgermeister Bernhard Baier. Seine Partei hatte das Verbot, wie die FPÖ, schon lange gefordert. Enttäuscht wurde der für die Parks verantwortliche Stadtvize am Donnerstag dennoch – von der SPÖ: Überraschend blockierten die Roten die fix geplante Neugestaltung des Park in ein Erholungsareal für die Anrainer. Baier:„ein absurder Umfaller“. Info-Schilder zum Alkoholverbot würden demnächst montiert, kündige Baier an.

Wolfgang Atzenhofer