Nur mehr vier Prozent der 15- bis 19-Jährigen trinken an mehreren Tagen pro Woche 

© roman reburg - Fotolia/Roman Reburg/Fotolia

Chronik Oberösterreich
05/18/2019

„Alk ist uncool“: Jugend trinkt weniger

Die Befragung von 1500 Oberösterreichern zeigt, dass Jugendliche ihren Alkoholkonsum eingeschränkt haben.

von Wolfgang Atzenhofer

Die gute Nachricht zuerst: Der Alkoholkonsum bei Jugendlichen sinkt deutlich. Dieses Resultat ergibt sich aus dem im Vorjahr in Oberösterreich erhobenen „Drogenmonitoring“. In der Studie, die seit dem Jahr 2000 alle drei bis fünf Jahre durchgeführt wird, gaben 1.500 Oberösterreicher Auskunft über ihre Trinkgewohnheiten.

Das Bild der Jugend, die nur an Alkoholexzessen interessiert sei, ist überholt, sagt Christoph Lagemann, der Leiter des Instituts für Suchtprävention in Oberösterreich. Hatten 2006 noch 13 Prozent aller Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 19 Jahren angegeben, dass sie an vier bis sieben Tagen in der Woche Alkohol konsumieren, so waren die jüngsten Ergebnisse deutlich niedriger. „Jetzt behaupten nur mehr vier Prozent der Jugendlichen, dass sie an vielen Tagen in der Woche etwas trinken“, erklärt Lagemann.

Das genaue Motiv für den Rückgang wurde nicht erfragt. Lagemann vermutet, dass der Gesundheitstrend und das Bewusstsein, dass jeder Rausch auch Zellengifte im Körper ausschüttet, mit ein Grund sein könnte.

Kampagne

Im Vorfeld der österreichweiten „Dialogwoche Alkohol“ nächste Woche, zu der eine Kampagne mit 260 Veranstaltungen geplant ist, will man in OÖ aber auch auf die ernüchternden Zahlen zum Thema hinweisen. Fünf Prozent der österreichischen Bevölkerung, das sind 370.000 Personen, gelten als alkoholkrank. In OÖ sind das 60.000.

In den Spitälern des Landes werden pro Jahr 200.000 Belagstage aufgewendet, um Alkohol- und Suchtkranke zu behandeln, berichtet Gesundheitsreferentin Christina Haberlander. Zwar sinke seit den 1970er Jahren der Alkoholkonsum, dennoch geben in OÖ fast drei Viertel der Männer weiterhin an, mindestens einmal in er Woche zu trinken.

Land OÖ, Suchtexperten und die OÖ Gebietskrankenkasse beteiligen sich deshalb besonders intensiv an der anstehenden Bewusstseinskampagne.

Wolfgang atzenhofer