Studie belegt, dass ankernde Donaukreuzer mit ihren Dieselaggregaten zur Stromversorgung massiv zur Beeinträchtigung der Luftqualität beitragen

© Harald Dostal

Chronik Oberösterreich
04/01/2019

Abgasstopp für ankernde Donauschiffe

Angelegten Kreuzfahrtschiffen soll die Nutzung von Dieselmotoren untersagt und Landstrom angeboten werden

von Wolfgang Atzenhofer

Im Kampf gegen drohende EU-Verfahren und Strafen in Millionenhöhe wegen nicht eingehaltener Luftgrenzwerte fordert Oberösterreich auch von der rasant wachsende Flotte der Donaukreuzschiffe ihren Beitrag ein. Vor allem in Linz sollen ankernde Kreuzfahrtschiffe bald nicht mehr qualmende Dieselaggregate zur Energieversorgung an Bord verwenden dürfen, sondern Stromanschlüsse an Land nutzen müssen.

Oberösterreichs Umweltanwalt Rudi Anschober, Grüne, will die Aktion für luftschonendere Schiffe bundesweit initiieren, „weil ja sehr viele Donauhäfen mit diesem Problem konfrontiert sind“. Seiner Forderung verleiht er mit einer neuen Luft-Studie Nachdruck, in der dem eigentlich umweltfreundlichen Transportmittel Donauschiff massive Luftemissionen zugeschrieben werden. Demnach haben im Untersuchungsjahr 2017 allein die im Raum Linz fahrenden Schiffe 211 Tonnen Stickstoffdioxid (NO2) emittiert und in der Flussmitte eine Belastung von 30 Mikrogramm (µg) pro Kubikmeter Luft verursacht.

Die 1400 Schiffe, die 2017 in Linz vor Anker gingen und mit Dieselaggregaten ihre Küchen- und Klimaanlagen mit Strom versorgten, verbrauchten rund 1,6 Millionen Liter Diesel und emittierten dabei 59 Tonnen NO₂. Das sorgte im Uferbereich für eine Belastung von 20 µg.

Grenzwerte

Weil dort an der Linzer Lände auch eine Hauptverkehrsstrecke vorbeiführt, sei man in diesem Bereich über dem EU-Grenzwert von 40 µg, sind sich Anschober und Regina Pürmayr, von der oö. Umweltschutzabteilung einig.

Prekär für Linz und Oberösterreich ist die Belastung durch die Schiffsabgase auch wegen der wenige hundert Meter entfernt liegenden fixen Luftmessstelle Römerbergtunnel. Mit den dort im Jahresmittel gemessenen NO₂-Werten von knapp unter 44 µg für das Jahr 2018 ist man im Visier der EU-Kommission, die bereits mit einem Vertragsverletzungsverfahren gedroht hat.

Konkret steuere die fahrende Schifffahrt 2,8 Prozent zur beim Römerbergtunnel gemessenen NO2-Belastung bei, die anliegenden Schiffe ein Prozent, rechnet Pürmayr vor. Für Anschober ist das ein Auftrag zu handeln: „Was die Luftgüte betrifft ist das eine enorme Zusatzbelastung. Zumal die Donauschifffahrt boomt und die Frequenz jetzt bereits bedeutend höher ist als 2017“, erklärt er. Aktuell werden am Linzer Donauufer Dauerluftmessungen durchgeführt.

Die Forderung, die Flussschifffahrt an ihren Ankerplätzen mit Landstrom-Anlagen zu versorgen wird deshalb im Maßnahmenpaket zur Verbesserung der Linzer Luft enthalten sein. Landesregierung und Landtag sollen das Paket, das aus vielen verschiedenen Maßnahmen besteht, im Mai beschließen.

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