© APA/dpa/Sven Hoppe

Oberösterreich
01/02/2019

17-Jähriger von Böller getötet: Jetzt will Politik reagieren

Oberösterreichs Sicherheitslandesrat will Expertenrunde einsetzen, die schärfe Zugänge zu Feuerwerken prüft.

von Wolfgang Atzenhofer

Zahlreiche Unfälle und ein getöteter Jugendlicher durch Silvesterraketen beschäftigen in Oberösterreich nicht nur intensiv die Polizei, sondern machen auch die Politik hellhörig. Auf den Tod eines 17-jährigen HTL-Schülers in Eberschwang im Innviertel, der in der Silvesternacht durch eine Kugelbombe getötet worden war, will Oberösterreichs Sicherheitslandesrat Elmar Podgorschek, FPÖ, reagieren. Er wird eine Expertenrunde installieren, in der Maßnahmen zu den ausufernden Silvesterknallereien überlegt werden sollen.

„Wir haben ohnehin strenge Pyrotechnikgesetze. Die zu verschärfen bringt wenig, weil es vor allem auch in den ländlichen Gebieten an den Möglichkeiten der Kontrolle durch die Polizei fehlt“, sagt Podgorschek. Schon jetzt sei ja das Abfeuern von größeren Silvesterfeuerwerken von den Bürgermeistern zu genehmigen.

Über den Tod des 17-jährigen David M. sei er besonders erschüttert, weil er ihn kannte und dessen Mutter eine gute Bekannte sei, meinte Podgorschek. Konkrete gesetzliche oder politische Maßnahmen nach der Tragödie will und kann der Landesrat noch nicht ankündigen. Man werde sich aber auch Modelle im Ausland, etwa in Schweden anschauen. Dort dürfen grundsätzlich nur ausgebildete Pyrotechniker Feuerwerke zünden. „Weil sich vieles im illegalen Bereich abspielt und die Akteure hauptsächlich Jugendliche sind, die  vielleicht auch noch unter Alkoholeinfluss agieren, wird es wohl darum gehen, massive Bewusstseinsbildung in der Causa zu betreiben, erklärte Podgorschek.

 

Im konkreten Fall des getöteten 17-jährigen David M. hat sie Staatsanwaltschaft noch am Sonntag einen Sachverständigen an die Unfallstelle beordert. „Wir erwarten in den nächsten Tagen einen ersten Bericht. Danach hoffen wir nähere Angaben zum explodierten Gegenstand machen zu können“, sagt Staatsanwalt Alois Ebener. Wie weit danach eruierbar ist, woher der Jugendliche die tödliche Kugelbombe vermutlich illegal erworben hat, ist laut Ebner nicht absehbar.

Für den Sprengstoffexperten der Polizei OÖ, Kurt Schneider, dürfte es sich bei der Kugelbombe, die einen Durchmesser von rund 15 Zentimeter gehabt  haben soll um einen Feuerwerkskörper „der Klasse F3 oder schon F4“ gehandelt haben. Beide Klassen hätten für den getöteten Jugendlichen nicht zugänglich sein dürfen.      

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