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Chronik Oberösterreich
10/08/2019

16-Jährige in Steyr erstochen: Erhöhte Sicherheit bei Prozess

17-Jähriger soll 16-jährige Freundin erstochen haben. Er behauptet, dass der tödliche Stich in den Rücken ein Unfall gewesen sei.

von Wolfgang Atzenhofer

Unter verschärften Sichertheitsvorkehrungen startete Dienstagfrüh am Landesgericht Steyr der Mordprozess gegen einen 17-jährigen Afghanen, der am 8. Dezember des Vorjahres eine 16-jährige Steryrerin erstochen haben soll. Der Prozess gegen Saber A., der seine Freundin in deren Kinderzimmer erstochen haben soll, ist für zwei Tage anberaumt.

Das Gericht hatte Identitätskontrollen am Eingang sowie Einschränkungen bei Bild‐ und Tonaufnahmen im gesamten Gerichtsgebäude angeordnet. Der Fall hatte vor allem in Steyr für viel Aufruhr und Empörung gesorgt. Sogar Mahnwachen wurden abgehalten.

Was sich am 8. Dezember in der Wohnung der Mutter des Opfers abgespielt hat, kann nur der Angeklagte wissen. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, dass er die 16‐Jährige durch einen Stich von hinten mit einem Küchenmesser in die Lunge getötet haben soll.

Am ersten Tag des Prozesses sollen der Angeklagte, der gerichtsmedizinische Sachverständige und Zeugen zu Wort kommen, am Tag darauf die psychiatrische Sachverständige. Der junge Mann soll laut ersten Gutachten bei der Tat zurechnungsfähig gewesen sein, auch Gründe für eine Einweisung in eine Anstalt sollen keine vorliegen. Der Angeklagte war 2016 als Flüchtling nach Österreich gekommen und hat den Status eines subsidiär Schutzberechtigten.

Der Tat dürfte ein Streit des Paares, das eine On‐Off‐Beziehung führte, im Zimmer des Mädchens vorausgegangen sein. Der 17‐Jährige flüchtete danach durch das Fenster. Erst in der darauffolgenden Nacht hielt die Mutter nach ihrer Tochter Nachschau. Sie bemerkte, dass die Zimmertür mit einem Kasten versperrt war. Gemeinsam mit der zweiten Tochter gelang es ihr, sie zu öffnen. Dann entdeckten sie die Tote.

Das Mädchen bekam laut Gerichtsmedizin einen Messerstich versetzt und verblutete innerlich. Das Obduktionsgutachten ergab, dass die Jugendliche einen Tag lang tot in ihrem Zimmer gelegen war, bevor sie gefunden wurde. Als Todeszeitpunkt gilt der Abend des 8. Dezember, Mutter und Schwester entdeckten die Tote aber erst am 9. Dezember gegen 23.30 Uhr. Der beschuldigte Freund des Mädchens stellte sich nach Tagen auf der Flucht in Wien der Polizei. Bei seiner Einvernahme gab er zu, seiner Freundin in den Rücken gestochen zu haben, beteuerte jedoch, dass es sich um einen Unfall gehandelt habe.