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Kein Abriss: Historisches Kraftwerk unter Denkmalschutz gestellt

Das Bundesdenkmalamt hat entschieden, dass das über 120 Jahre alte Kraftwerk in seiner aktuellen Form erhalten bleiben soll.
Alte, rostige Industriemaschine mit großen Schwungrädern und Schutzgitter in einem abgenutzten Raum.

Ab 1898 versorgte das wohl älteste Wechselstromkraftwerk der damaligen Monarchie vom Kamptal aus Teile des Waldviertels mit Strom.

Vor rund 15 Jahren stellte die historische Anlage schließlich den Betrieb ein. Im vergangenen März gab die Sparkasse Zwettl Privatstiftung bekannt, das in die Jahre gekommene Gebäude abreißen und die technischen Komponenten erhalten zu wollen. Eine Ankündigung, die laut Gerhard Stanik von den Grünen Zwettl für Spannung in der Region sorgte.

Aus diesem Grund habe er sich im April an das Bundesdenkmalamt gewandt, um das "technikhistorische Juwel" vor dem Abriss zu bewahren. "Der Punkt ist für mich, dass der Gründer dieses Kraftwerks die Zwettler Elektrizitätsgesellschaft maßgeblich oder ausschließlich daran beteiligt war, das Waldviertel zu elektrifizieren", so Stanik, der dieses Wissen nicht in Vergessenheit geraten lassen will. Hinter seinen Bemühungen um den Schutz der Anlage steht auch ein persönliches Interesse: "Mein Schwiegervater war einer der ersten Lehrlinge bei der ZEG."

Nächste Schritte

Bereits vor wenigen Wochen wurde beschlossen, das Areal unter Denkmalschutz zu stellen. Nach einer Begehung hat das Bundesdenkmalamt zudem entschieden, dass das gesamte Objekt in seiner derzeitigen Form am Standort erhalten werden muss. Das Inventar darf somit nicht, wie von der Eigentümerin ursprünglich geplant, für Ausstellungszwecke entnommen werden. "Es ist eines der wenigen Kraftwerke, in dem die Geräte in Originalposition erhalten sind", schildert Thomas Weiss von der Sparkasse Zwettl Privatstiftung die Hintergründe der Entscheidung.

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Eine historische Aufnahme der Anlage.

Umfangreiche bauliche Eingriffe seien nun notwendig, um die Anlage samt Turbine sowie Generator und Steuerzentrale zu sichern.

Die Decke ist einsturzgefährdet

Über konkrete Schritte wird derzeit beraten. "Wir werden Professionisten damit beauftragen und dann schauen wir, wohin die Reise geht", so Weiss. Offen ist unter anderem, ob das technische Denkmal künftig für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. "Ich fürchte, dass das nicht gehen wird", vermutet Weiss. So sei etwa die Decke sehr marode und einsturzgefährdet. Der Fokus liege jedenfalls fürs Erste auf der konservatorischen Erhaltung.

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