Chronik | Niederösterreich
26.06.2018

Mariazellerbahn entgleist: Zug war zu schnell unterwegs

Unfall zwischen St. Pölten und Hofstetten. Drei Schwerverletzte, 27 Leichtverletzte. Zweiter Unfall im Ybbstal.

Ein Zug der Mariazellerbahn ist Dienstagfrüh bei Völlerndorf in Gerersdorf (Bezirk St. Pölten-Land) entgleist. Zwei Waggons kippten um, sagte NÖ Feuerwehrsprecher Franz Resperger.

Die Ursache des Unfalls war, dass der Zug zu schnell unterwegs gewesen ist. In dieser Kurve wären 35 km/h vorgesehen. Der Zug war aber mit 55 km/h untwerwegs.

Drei Schwerverletzte, 27 Leichtverletzte

Drei Personen wurden schwer verletzt. 27 Passagiere erlitten laut dem Roten Kreuz leichte Blessuren. In dem Zug befanden sich rund 80 Fahrgäste, darunter viele Kinder. Laut NÖ Feuerwehrsprecher Franz Resperger waren zwei Triebwerkwaggons kurz nach 7.00 Uhr knapp vor der Pielachbrücke bei Völlerndorf nahe St. Pölten entgleist.

Bilder von der Unfallstelle

Strecke gesperrt, Schienenersatzverkehr

Der Zug war auf dem Weg in die niederösterreichische Landeshauptstadt, teilte die Polizei mit. Bei dem Unfall kamen zwei Waggons seitlich zum Liegen, ein weiterer befand sich noch auf den Gleisen. Da die Oberleitung anfangs noch unter Strom stand, musste dieser abgeschaltet werden.

Nach der Entgleisung ist der Streckenabschnitt zwischen St. Pölten und Hofstetten gesperrt worden. Es bestand ein Schienenersatzverkehr, hieß es von der Niederösterreichischen Verkehrsorganisationsgesellschaft (NÖVOG). Betroffen war eine "Himmelstreppe"-Doppelgarnitur.

"Fassungslos" zeigte sich NÖVOG-Gerhard Stindl im KURIER-Gespräch. "Ich weiß nicht, wie das passieren konnte."

Zug der Mariazellerbahn bei St. Pölten entgleist

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Großaufgebot an Rettungskräften

Die Einsatzkräfte waren mit der Versorgung der Betroffenen, Ermittlungen und Bergearbeiten beschäftigt. Ein Großaufgebot an Helfern wurde alarmiert: 14 Rettungswagen, drei Notarzteinsatzfahrzeuge und drei Hubschrauber rückten aus, berichtete Sonja Kellner vom Roten Kreuz Niederösterreich. Laut ÖAMTC flogen die Notarzthubschrauber "Christophorus 2" aus Krems-Gneixendorf, "Christophorus 15" aus Ybbsitz und "Christophorus 9" aus Wien zum Unfallort. Weiters rückten zwei Feuerwehren mit 40 Mitgliedern aus.

"Plötzlich ist der Zug umgefallen"

"Plötzlich ist der Zug umgefallen", sagte Jaymen Sommerlechner (8) zum KURIER. "Ich war eingeklemmt und habe mir den Fuß verletzt. Ein anderer Fahrgast hat einen Gegenstand in den Mund bekommen und stark geblutet".

Mit Leitern wurden die Passagiere aus dem Zug geholt, berichtete Feuerwehrmann Georg Schröder.