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Chronik Niederösterreich
07/31/2019

Winzer befürchten Mäuseplage in den heimischen Weingärten

Sobald die Trauben reif werden, könnten die Nager auch für die heimische Weinproduktion ein Problem werden.

von Kevin Kada

Äcker und Felder im Weinviertel werden aktuell von einer großen Mäuseplage heimgesucht. Doch wie Manfred Weinhappel, Leiter der Pflanzenbauproduktion bei der Landwirtschaftskammer Niederösterreich, sagt, könnte das erst der Anfang sein: „Das Problem könnte auch die Winzer betreffen. Denn die Mäuse nisten sich in den Reben ein. Wenn die Trauben reif sind, fressen die Nager die Früchte auf.“

Das alleine wäre schon ein wirtschaftlicher Schaden für die Weinbauern. Doch Weinhappel meint: „Hinzu kommen die Ausscheidungen der Mäuse, die ebenfalls ein Problem darstellen.“

Risiko deutlich höher

Tatsächlich gibt es bereits einige Winzer im Weinviertel, die in ihren Weingärten eine erhöhte Mäusepopulation beobachten. Das bestätigt auch Konrad Hackl, Geschäftsführer des nö. Weinbauverbandes: „Das Risiko ist heuer durch das trockene Wetter merklich höher. Momentan besteht aber noch keine Gefahr, denn die Trauben sind noch nicht reif.“

Hilfsmittel nutzen

Damit es für die Winzer nicht zu einer ähnlichen Katastrophe kommt wie für viele Gemüse- und Getreidelandwirte im Weinviertel, empfiehlt Hackl Schutzmaßnahmen.

Unter anderem ist es noch möglich, in der kommenden Woche den Boden tiefer zu bearbeiten, um dabei die Mäusebauten zu zerstören. „Außerdem könnten Winzer Greifvogelstangen in ihren Weingärten aufstellen.“ Diese bieten den Greifvögeln, dem natürlichen Feind der Mäuse, einen besseren Überblick. „Man will gar nicht glauben, wie viel solche Vögel wegfangen“, sagt Hackl.

 

In ein bis zwei Monaten kommt die kritische Zeit für die Winzer, meint Hackl: „Sollten wir bis dahin nicht viel Niederschlag bekommen, dann könnten die Mäuse auch für uns Winzer zu einem großen Problem werden.“