Chronik | Niederösterreich
10.09.2018

Wiener Neudorf ruft erneut zu Demonstration für Tempo 80 auf A2 auf

Marktgemeinde will A2 Richtung Norden am 16. September von Wiener Neudorf bis Mödling für eine Stunde sperren.

Im jahrelangen Kampf für Tempo 80 auf der Südautobahn (A2) bei Wiener Neudorf ruft die Marktgemeinde im Bezirk Mödling erneut zu einer Demonstration auf. Am kommenden Sonntag soll die A2 in Richtung Norden von der Anschlussstelle Wiener Neudorf bis zur Anschlussstelle Mödling für eine Stunde gesperrt werden. Die Asfinag begann unterdessen am Montag mit Sanierungsarbeiten im betroffenen Gebiet.

Zur Sperre der Richtungsfahrbahn nach Norden soll es am 16. September von 10.00 bis 11.00 Uhr kommen. Die Demonstration wurde nach Angaben von Karl Stiefel, dem Pressereferenten der Marktgemeinde Wiener Neudorf, bereits angemeldet. Die Bezirkshauptmannschaft Mödling bestätigte dies auf Anfrage. In den kommenden Tagen werde geprüft, ob der Abhaltung der Demo etwas entgegensteht. Dass die Versammlung just am Tag des im nahen und ebenfalls an der A2 gelegenen Wiener Neustadt stattfindenden "Red Bull Air Race" in Szene gehen soll, ist laut dem Pressereferenten der Marktgemeinde nicht bewusst geplant.

Tempo 80 und Lärmschutzwände

Konkret gefordert wird von der Gemeinde seit Jahren eine Kombination aus Tempo 80 auf dem Ortsabschnitt Wiener Neudorf und die Installation von Lärmschutzwänden. Die bereits von der Asfinag angebotenen würden die Belastung zu wenig reduzieren, so Stiefel, der auf die Expertise eines in Anspruch genommenen Lärmgutachters verwies.

Die Asfinag startete am Montag Arbeiten auf der Fahrbahnoberfläche der Südautobahn. Auf zwei Kilometern zwischen Mödling und Wiener Neudorf werden einzelne schadhafte Betonfelder erneuert, hieß es in einer Aussendung. Gearbeitet werde nur in der Nacht in beiden Fahrtrichtungen. Beendet sein soll die Sanierung Ende Oktober.

Nach der Betonfeld-Sanierung, die rund 14 Tage dauern dürfte, startete die Asfinag laut Aussendung mit dem "Grinding" auf jeweils 500 Metern direkt bei Wiener Neudorf und Mödling. Diese neuartige Methode soll das Rollgeräusch von Autoreifen reduzieren. Dabei wird die Betonfahrbahn in einem ersten Schritt mittels schonender Diamantschleiftechnik abgetragen und geglättet. Im Anschluss schneidet ein Spezialgerät schmale Rillen in Längsrichtung in die Fahrbahn. Diese Rillen mindern den Lärm, sie "schlucken" laut Asfinag-Angaben den Schall.

Wiener Neudorfs Bürgermeister Herbert Janschka (ÖVP) ortet in den Maßnahmen, für die seitens der Asfinag etwa 1,5 Millionen Euro investiert werden, eine "Alibi-Aktion". Das "Grinding" diene in keiner Weise als Ersatz für die geforderte Temporeduzierung und die Lärmschutzwände. Die Maßnahme werde auch nicht dort angewandt, wo es sinnvoll wäre, also in Nähe der stark betroffenen Wohnsiedlung. "Die Arbeiten finden nördlich und südlich vom Wohngebiet statt", hieß es in einer Stellungnahme des Bürgermeisters.

Wiener Neudorfer Proteste hatte es auf der A2 zuletzt am 8. Juni dieses Jahres gegeben. Laut dem Gemeinde-Sprecher hofft man, zum letzten Mal zu diesem Mittel greifen zu müssen.