© Calma-Tec/Arch. Brunbauer

Chronik Niederösterreich
12/18/2019

Vösendorf: Badner Bahn auf Stelzen gegen Verkehrsinfarkt

Überführung soll Kreuzung am Ortsbeginn entlasten. Schon jetzt gebe es dort ständig Stau.

von Katharina Zach

„Wir sind entschlossen alles zu tun. Sogar Streik ist denkbar.“ Der Vösendorfer Gemeinderat Christian Kudym (SPÖ) ist kampfbereit.

In der Diskussion rund um die Taktverdichtung der Badner Bahn und die Problematik der Bahnkreuzungen im Bezirk Mödling bringt sich jetzt auch Vösendorf in Stellung. Bürgermeisterin Andrea Stipkovits (SPÖ) fordert eine Verkehrslösung für die Kreuzung Ortsstraße/Triesterstraße – und zwar am besten eine Hochtrasse über den Verkehrsknotenpunkt.

Mehr Züge, kürzere Intervalle

Wie berichtet, soll die Badner Bahn in Zukunft noch attraktiver werden. Ziel ist, ab 2028 einen 7,5 Minuten-Takt zwischen Oper und Baden zu führen. Bereits ab 13. Dezember 2020 sollen die bereits bestehenden kurzen Intervalle zwischen Wien und Wiener Neudorf zu den Hauptverkehrszeiten auf den ganzen Tag ausgeweitet werden.

Doch schon jetzt komme es bei der Ausfahrt aus dem Ort trotz diverser Baumaßnahmen immer wieder zu längeren Staus. „Derzeit passiert die Badner Bahn 316-mal täglich die Kreuzung. Das soll auf 500 Fahrten aufgestockt werden“, so Kudym. Die Kreuzung passieren aber täglich auch 27.000 Autos. Angesichts dieser Zahlen herrsche Handlungsbedarf. „Es braucht nun ein übergeordnetes Planungsgremium.“ Unterstützung erhält die Vösendorfer SPÖ von Parteikollegem und Landtagsabgeordnetem Hannes Weninger.

Bahn und Parken

Ideen hätten die Vösendorfer schon. Architekt Wolfgang Brunbauer, der bereits im Vorfeld der (abgesagten) Weltausstellung 1995 Pläne für eine hochgelegte Bahntrasse erstellt hat, hat diese aktualisiert. „Für die Anrainer gäbe es Lärmschutz, darunter könnte man Pendlerparkplätze machen“, schwärmt Kudym.

Beim Land verweist man auf Gespräche im kommenden Jahr. Grundsätzlich sind sich alle Bürgermeister der Region einig, dass die Attraktivierung eine gute Sache ist. Doch zuletzt hatte auch Mödlings Stadtchef Hans Stefan Hintner (ÖVP) betont, dass es Lösungen wie Unter- oder Überführungen an den Kreuzungen der B17 mit der Bahntrasse brauche.

Dass es diese bis 2028 schon geben könnte, hält Wiener Neudorfs Ortschef Herbert Janschka (ÖVP) für möglich. Die (seit Jahrzehnten diskutierte) Untertunnelung der B17 sei im Detail geplant worden, es gehe noch um die Finanzierung. Er hofft auf eine baldige Einigung. Der Oberflächenverkehr könnte damit halbiert werden. Laut Land NÖ gab es bereits diesbezügliche Gespräche, weitere sollen folgen.