Chronik | Niederösterreich
10.10.2018

Verätzungssymptome: Industriereiniger in Bio-Milch

55-Jähriger musste nach Schluck aus dem Milchpackerl im Krankenhaus behandelt werden. Produktrückruf der Milch veranlasst.

Schmerzhafte Folgen hatte für einen 55-jährigen Mann in Neunkirchen ein Schluck aus einem Bio-Heumilchpackerl aus dem Supermarktregal. Der 55-Jährige musste mit Verätzungssymptomen im Krankenhaus behandelt werden. Entgegen anders lautender Erstmeldungen stammen die schmerzhaften Verletzungen des Mannes doch von einer Verunreinigung der Milch. Wie Recherchen des KURIER ergaben, dürfte es bei der Abfüllung in der Molkerei im Tiroler Zillertal zu einer Kontamination mit den Rückständen eines Industriereinigers gekommen sein, mit dem die Abfüllanlage gesäubert wird. Die Sennerei hat das Produkt zurück gerufen – allerdings erst am Dienstag, also vier Tage nach Bekanntwerden des Zwischenfalles. Die Supermarktkette Lidl hat den Verkauf darauf hin sofort gestoppt.

Nachdem der Patient am Freitag, wie berichtet, nach einem kräftigen Schluck aus dem Milchpackerl schmerzhafte Verätzungssymptome in der Speiseröhre verspürte, suchte er sofort das Landesklinikum Neunkirchen auf. Die besagte Bio-Heumilch nahm er zur Sicherheit gleich mit. Wegen der besseren Behandlungsmöglichkeiten wurde der Patient sofort ins Landesklinikum Wiener Neustadt überstellt. Das Krankenhaus erstattete wegen des Verdachts auf eine Lebensmittelvergiftung Anzeige bei der Polizei, worauf die Lebensmittelaufsicht des Landes NÖ eingeschalten wurde.

Laborarbeit

„Wir haben das Milchpackerl und eine Vergleichsprobe aus dem Supermarkt bei der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit untersuchen lassen. Dabei sind die Proben beanstandet worden“, erklärt Walter Mittendorfer von der Lebensmittelaufsicht. Die Behörde informierte daraufhin die zuständigen Kollegen in Tirol, die wiederum die verantwortliche Sennerei in Kenntnis setzten. Es besteht der Verdacht, dass bei der Spülung der Abfüllanlage in der Molkerei Reste des Reinigers in den Leitungen verblieben sind und so mit der Milch in die Packungen gelangten.

„Wir haben erst am Dienstag von der Sennerei die Informationen über den Produktrückruf bekommen und darauf hin die Veröffentlichung der Informationen veranlasst“, sagt der Pressesprecher von Lidl-Österreich, Hansjörg Peterleitner. Das Produkt wurde aus den Regalen genommen. Es handelt sich um die „Bio-Heumilch, 3,6 Prozent Fett, länger haltbar, 0,5 Liter“ der Marke „Ein gutes Stück Heimat“ mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 12.10.2018. Ob andere Personen zu Schaden gekommen sind, ist derzeit nicht bekannt.