Chronik | Niederösterreich
23.03.2018

Umsatzeinbußen wegen Baustelle die Stadt in zwei Hälften teilt

Die Posse rund um den Bau einer Bahnunterführung im Stadtgebiet von Stockerau geht in die nächste Runde.

Bereits zu Beginn sorgte die Baustelle für eine Bahnunterführung auf der Bundesstraße B3 im Stadtgebiet von Stockerau für Aufsehen. Denn als die Baustelle Ende Jänner startete, mussten Fußgänger eine rund sieben Kilometer lange Umfahrung mit einem Taxidienst in Kauf nehmen, um auf die andere Seite zu gelangen, da die Fußgängerbrücke noch nicht fertiggestellt war. Erst ab dem Ende der Semesterferien war der Übergang möglich. Autofahrern bleibt aber weiter nur ein langer Umweg.

Damit  wartet das nächste Problem. Da die Baustelle die Stadt bis zum Sommer 2019 quasi in zwei Hälften teilt, klagen Unternehmen im äußeren Teil über Umsatzeinbußen. „Wir haben etwas Zeit vergehen lassen  und dann habe ich mir die Situation einmal genauer angesehen“, erklärt Peter Hopfeld, Wirtschaftskammerobmann für Korneuburg und Stockerau. „Und die Unternehmer haben über einen Rückgang der Kundenfrequenz von bis zu 30 Prozent geklagt. Dementsprechend sind auch die Umsätze rückläufig.“

Für große Ketten  dürfte der Rückgang verschmerzbar sein. Aber kleine Unternehmen, wie das Anfang März eröffnete Rad-Fachgeschäft „My Bike“, spüren die Auswirkungen der Baustelle. „Es kommt immer wieder vor, dass Kunden sich darüber beklagen, dass sie jetzt eine weitere Anreise in Kauf nehmen“, schildert Iris Glowacki, Verkauf- und Marketingleiterin bei „My Bike“.
Keine AusnahmeGenau dieser Weg ist für einige Stockerauer beschwerlich. Die komplizierte Variante führt über drei umliegende Orte auf die Bundesstraße B4 und dann in das Stadtgebiet. Die weitaus leichtere Version würde über die Autobahn A22 führen. „Doch viele wollen sich  nicht  für das kurze Stück eine Vignette kaufen, wenn sie diese sonst nicht brauchen“, erzählt SP-Bürgermeister Helmut Laab.

Keine Ausnahme

Bereits im Vorfeld der Baustelle hat man den Kontakt mit der ASFINAG gesucht. Dort heißt es auf Anfrage, dass eine temporäre Aufhebung der Vignettenpflicht behördlich angeordnet werden muss. Und das passiert nur, wenn höhere Gewalt im Spiel ist und die Autobahn der einzige Weg ist, um einen Ort zu erreichen.
„Darum haben wir auch mit dem damaligen Verkehrsministern Jörg Leichtfried und der NÖ-Landesregierung Kontakt aufgenommen. Doch auch dort wurden wir auf die bestehende Gesetzeslage verwiesen“, hofft Laab, dass die Baustelle früher als geplant fertig wird.