Es müssen nicht immer Kängurus sein. In Niederösterreich sind exotische Tiere keine Seltenheit.
27.04.13, 21:39
Mit ihrer einwöchigen Wanderschaft durch das südliche Waldviertel haben „Skippy“ und „Kanga“ aus Ottenschlag, Bezirk Zwettl, eines bewirkt: Seit wenigen Tagen wissen Bürger weltweit, dass es kleinwüchsige Kängurus – so genannte Wallabies – nicht nur in Australien, sondern auch in Österreich gibt. Medien rund um den Erdball berichteten über die drei Ausreißer in „Austria, yes in Austria!“. Allerdings fühlen sich nicht nur Kängurus in unseren Breiten zu Hause, sondern auch andere Exoten werden in Niederösterreich gezüchtet.
Bison-Ranch Langschlag, Bezirk Zwettl, Waldviertel, Familie Baumgartner
Nordamerikanische
Bisons leben nicht nur im Wilden Westen, sondern auch in
Langschlag, Bezirk Zwettl. Landwirt Thomas Baumgartner beschäftigt sich seit fünf Jahren mit der Aufzucht der Tiere und der Vermarktung von
Bisonfleisch. „Das wird immer beliebter, weil es wenig Fett und Cholesterin hat“, erklärt der Waldviertler Cowboy. Ausgebüxte
Bisons musste er zum Glück noch nicht einfangen. „Das wäre ein Problem“, sagt Baumgartner. Ein Bisonbulle kann bis zu 1000 Kilogramm wiegen.
Wer Bisonfleisch bei ihm kaufen will, muss sich anmelden. „Wir haben leider noch nicht so viel. Aber bald wollen wir von unserer Zucht auch leben können“, erklärt der Langschläger. Wer Lust hat, kann sein Bisonfleisch in Form von Rohschinken und Würsten in seinem Heurigenbetrieb probieren. Die nächsten Termine sind im Mai geplant und im Web unter www.bison-ranch.at abrufbar.
In
Klosterneuburg entsteht gerade der vielleicht ungewöhnlichste landwirtschaftliche Betrieb in ganz
Niederösterreich: Auf einer Wiese hinter seinem Wohnhaus lässt der Unfallchirurg
Peter Valentin, 49, eine Halter- und Zuchtanlage für exotische Schildkröten errichten. „Die Tiere sind seit 35 Jahren mein Hobby“, sagt der Mediziner. Mittlerweile besitzt er 378 Schildkröten aus rund 35 Arten; viele davon hat
Valentin selbst aus
China und
Südostasien importiert: „Ich habe einige Arten, die in der Natur als ausgestorben gelten.“ Noch leben
Valentins Tiere in einer aufgelassenen
Gärtnerei in
Wien, die der Arzt eigens zu diesem Zweck adaptiert hat. Schon im Sommer werden die Schildkröten nach
Klosterneuburg umziehen.
„Ham Sie aber a schirches Ross!“: Als
Gerda Gassner vor 35 Jahren das erste Mal auf einem Kamel durch das
Waldviertel ritt, trauten viele ihren Augen nicht. „Ein Jäger, der mich vom Hochstand beobachtet hat, hat sich nicht getraut, das zu sagen, weil man ihn für betrunken gehalten hätte“, erzählt sie. Ein anderer hielt das Kamel für ein ziemlich hässliches Pferd. Heute hat man sich in der kleinen Gemeinde
Eitental (Bezirk Melk) an den Anblick gewöhnt.
Gerda Gassner betreibt die „1. österreichische Kamel-Reitschule“. Mit Aqua, Waris, Naghla, Mustafa, Sky,
Gobi und Salome leben drei Dromedare und vier Kamele auf dem Hof.
Gassner bietet gegen Voranmeldung Kamel-Workshops an und gibt auch Reitstunden, sowohl am Pferd als auch am Kamel. Angst vor den Tieren ist unbegründet, sie sind verschmust. Weitere Infos unter www.kamelreiten.com
Gerhard und Margit Ebner , Straußenfarm in Winklarn
„Die Strauße fressen das selbe wie unsere Kühe. Gras, Heu und Getreide“:
Gerhard Ebner aus
Winklarn bei
Amstetten fühlt sich mit seiner Straußenzucht längst nicht mehr als Exote unter den Mostviertler Bauern. Er und Ehefrau
Margit betreiben ihren Straußenhof nämlich bereits seit fast 20 Jahren.Die Koppeln mit den 50 königlichen Vögeln mit bis zu 100 Kilo Gewicht sind nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel – ab 3. Mai gibt es wieder Führungen – sondern auch das zweite wirtschaftliche Standbein der Familie. Weil er seine Tiere immer rasch ins Herz schließt, hat sich Straußenfarmer
Ebner vor allem auf die Eierproduktion spezialisiert. Aus den bis zu eineinhalb Kilo schweren Eiern wird preisgekrönter Eierlikör, aber auch genauso schlichte Eierspeis produziert.
Und Margit Ebener versteht es aus den edlen Eierschalen gestylte Lampen, Blumenvasen und Schmuckstücke zu gestalten. Sie betreibt eine eigene Boutique am Hof. Mehr Details dazu finden Sie im Internet unter www.straussenhof-ebner.at
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