Tierschutz kritisiert Freigabe des Grizzlybären
Der Grizzlybär „Tima“, den Polizisten in einem umfunktionierten Kühltransporter auf der Allander Autobahn nahe Wien gefunden haben, soll nach dem Willen der zuständigen Bezirkshauptmannschaft in die Ukraine weiter transportiert werden. Nach Protesten von Tierschutzorganisationen forderte der nö. Landesrat Stephan Pernkopf den Wildtierspezialisten Harald Schwammer, Stellvertretender Chef des Tiergartens Schönbrunn, an. Dessen Fachexpertise soll die Behörde bei ihrer endgültigen Entscheidung unterstützen.
Die Bezirkshauptmannschaft Baden sah noch Donnerstag Vormittag keine rechtliche Grundlage, dem Besitzer das Tier abzunehmen. Wie berichtet, war das Schwerfahrzeug wegen schwerer technischer Mängel am Mittwoch in Alland, Bezirk Baden, angehalten worden. Zur Überraschung der Beamten waren in dem Laster ein Schäferhund und ein 18 Jahre alter Grizzly geladen. Den will der Besitzer von Frankreich in die Ukraine transportieren.
Der Zirkusbär ist aus Sicht des Amtstierarztes in gutem Zustand. Der Tierarzt der Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“, die eine Unterbringung für den Bären im Waldviertel angeboten hatte, sieht das ganz anders: „Er ist auf einem Auge blind, dürfte Zahnschmerzen haben und zeigt das Verhalten eines Tieres, das auf zu engem Raum gehalten wird“, betont Amir Khalil. Es sei unverantwortlich, den Bären weiter transportieren zu lassen.
Marion Löcker von der Tierschutzorganisation „Robin Hood“ zeigte Tierschutzvergehen an. Die Amtsentscheidung soll Donnerstagabend fallen.
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