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Chronik | Niederösterreich
06/12/2019

Tausende Zuggäste saßen stundenlang auf Bahnhöfen fest

Gabi Burgstaller organisierte Busse. Grund war ein Stellwerkproblem.

Mittwoch, kurz vor 16 Uhr: Der Salzburger Anwalt Klaus sitzt in einem IC-Zug Richtung Flughafen Wien, als es kurz vor St. Pölten zu einer Vollbremsung kommt. „Keiner hat gewusst was los ist“, sagte er später zum KURIER. Der Zug fuhr zunächst retour nach Pöchlarn und anschließend nach Amstetten. Dort sollte es einen Schienenersatzverkehr geben, hieß es.

Aber die Passagiere fanden weder die Ersatzbusse noch ÖBB-Personal, das Auskunft geben könnte, sondern nur andere Züge, die ebenfalls nicht weiterkamen.

So saßen einige hundert Passagiere stundenlang in Zügen und am Bahnsteig fest – ohne Information oder Verpflegung. „Die Leute sind bald unruhig geworden“, erzählt eine Passagierin, die in Amstetten ausharrte. „Eine Frau hat ins Nottelefon gebrüllt: ,Es hat 30 Grad und wir haben kein Wasser.’“

Die Schaffner konnten keine Auskunft geben, ÖBB-Mitarbeiter waren immer noch keine vor Ort.

Stellwerkproblem

Grund für die Störung war ein Problem mit einem Relais-Stellwerk, erklärte ÖBB-Sprecher Bernhard Rieder. „Eigentlich sind solche Probleme schnell behoben.“ Deshalb habe man nur für den Nahverkehr einen Schienenersatz organisiert, nicht aber für den Fernverkehr.

Doch die Behebung dauerte insgesamt knapp drei Stunden. Damit waren laut ÖBB insgesamt um die zehntausend Passagiere von der Störung betroffen.

Unverhofft

100 Fahrgäste kamen unverhofft früher aus Amstetten weg: Unter den Wartenden war nämlich auch die ehemalige Salzburger Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ).

Sie habe binnen 20 Minuten zwei Busse organisiert, die 100 Personen nach St. Pölten bringen – weil von dort wieder Züge gehen sollten. Gabi Burgstaller konnte nicht fassen, wie die ÖBB in dem Fall reagierten: „Wie kann das sein, dass kein Mitarbeiter da ist?“

„Bei den kleineren Bahnhöfen haben wir leider kein Personal vor Ort“, sagte ÖBB-Sprecher Rieder. „Und in dem Fall ist es uns leider nicht gelungen, schnell genug Mitarbeiter nach Amstetten und Pöchlarn zu bringen. Wir müssen uns bei unseren Fahrgästen entschuldigen.“

Kurz nach 19 Uhr setzten sich die Züge in Amstetten in Richtung in Wien Bewegung. Die Passagiere hätten erleichtert applaudiert.