Chronik | Niederösterreich
12.05.2018

Schuss vor Schule in Mistelbach: Hintergründe werden ermittelt

Spezialisten werten das sichergestellte Beweismaterial aus. Der angeschossene Schüler ist auf dem Weg der Besserung.

Niederösterreichische Kriminalisten waren nach einem Schuss mit einer Schrotflinte auf einen 19-Jährigen am Mittwoch vor einem Schulzentrum in Mistelbach weiterhin mit Erhebungen beschäftigt. "Die Ermittlungen zu den Hintergründen sind nach wie vor im Gange", sagte Polizeisprecher Raimund Schwaigerlehner am Samstag. Der angeschossene Schüler ist auf dem Weg der Besserung.

"Spezialisten sind mit der Auswertung des sichergestellten Beweismaterials befasst", sagte Schwaigerlehner. Darunter befinde sich auch ein Tagebuch des 18-jährigen mutmaßlichen Schützen, bestätigte er Medienberichte. Zum Inhalt hielt sich die Polizei bedeckt.

"Brauchen ein Gesamtbild"

Die Erhebungen werden den Angaben zufolge noch einige Wochen dauern. Bevor die Ermittlungen nicht abgeschlossen sind, werde man keine Details zu Hintergründen bekanntgeben, hieß es von der Exekutive. "Wir brauchen ein Gesamtbild", sagte Schwaigerlehner. In Medienberichten war von Liebeskummer, Mobbing sowie Rache an ehemaligen Mitschülern und einer "unglücklichen Lebenssituation" des Grundwehrdieners zu lesen. Das wurde von der Exekutive nicht kommentiert.

Der 18-Jährige, der ein Semester lang eine Schule des Zentrums besucht hatte, plante laut Staatsanwaltschaft einen "Amoklauf". Der Weinviertler trug den Angaben zufolge einen dunklen Trenchcoat - wie zwei Jugendliche 1999 beim Massaker in der Columbine Highschool in den USA. Wegen einer Hemmung der Schrotflinte nach einem Schuss habe er die Waffe eine Tasche mit Munition weggeworfen und sei geflüchtet. Laut Polizei habe sich die Hülse der Patrone im Lauf der Schrotflinte verkeilt. Noch unklar sei, ob sich um einen Fehler in der Handhabung oder einen technischen Defekt gehandelt habe.

Opfer: "Mir geht es zum Glück wunderbar"

Gegen den 18-Jährigen aus dem Bezirk Mistelbach wird wegen Mordversuchs ermittelt. Er wurde am Mittwochabend in Wien festgenommen und befindet sich in der Justizanstalt Korneuburg in Untersuchungshaft. Im Fall einer Verurteilung drohen dem jungen Erwachsenen bis zu 15 Jahre Freiheitsstrafe.

Der angeschossene 19-Jährige wurde ins Spital gebracht. „Anfangs dachte ich, es hat der Blitz eingeschlagen. Dann habe ich die Kugel in der Wange gespürt.“ Der Schüler war auf der rechten Seite gleich von mehreren Schrotkörnern getroffen worden. Er rief um Hilfe und rannte zurück zum Eingang, wo ihm zwei Kollegen zu Hilfe eilten sowie Rettung und Polizei  alarmierten.