Die Massen feiern am Freitag im Stadtpark

© Sascha Trimmel

Chronik Niederösterreich
06/28/2019

Schulschluss-Party: Kids machen Stadt einen Strich durch die Rechnung

Tausende Jugendliche feiern in Wiener Neustadt den Schulschluss. Allerdings dort, wo sie die Stadt nicht haben wollte.

von Patrick Wammerl

Tausende Jugendliche feiern seit Freitagfrüh in Wiener Neustadt den Schulschluss. Der Plan der Stadtgemeinde, die Kids mit einem organisierten Fest samt Bands vom Stadtpark auf den Hauptplatz zu bekommen, ist nur bedingt aufgegangen. Während das Gelände im Stadtzentrum bis Freitagmittag noch leer war, ging im Stadtpark regelrecht die Post ab. Mehr als 1.000 Jugendliche ließen sich aus dem Grünen nicht vertreiben und feierten – auch mit jeder Menge Alkohol.

Nach den ständigen Alkoholexzessen zum Schulschluss hat die Stadt Wiener Neustadt bereits vor Jahren versucht, dem feucht-fröhlichen Treiben mit einem organisierten Schulschlussfest im Stadtpark entgegenzuwirken. Das Konzept hat sich grundsätzlich bewährt. Es gab deutlich weniger Polizei- und Rettungseinsätze als davor.

Park sauber halten

Weil der Stadtpark allerdings direkt neben den Hotspots der NÖ Landesausstellung 2019 liegt, wollte die Gemeinde den Park heuer sauber halten. Zu diesem Zweck wurde ein Festival am Hauptplatz organisiert. Mit Gastronomieständen und einer riesigen Bühne, auf der seit 10 Uhr lokale Bands und auch Shootingstar Luke Andrews zu Gitarre und Keyboard greifen. Die Jugendlichen müssen sich ausweisen. Es gibt Armbänder für die Gruppe der 16- bis 18-Jährigen und für jene über 18 Jahren. „Damit soll gewährleistet sein, dass die Jugendschutzbestimmungen in Sachen Alkohol eingehalten werden“, sagt Gastronom Hannes Dinhobl. Am Abend wird es auf der Bühne leise. Bei der „Silent Disco“ wird die Musik nur noch über Kopfhörer für die Gäste übertragen.

Was die feiernde Menge im Stadtpark anbelangt, ist die Polizei seit 9 Uhr dabei, das Gelände zu überwachen, bestätigt Stadtpolizeikommandant Manfred Fries. Weil es sich um eine polizeiliche Schutzzone handelt, herrscht auf dem Areal eigentlich streng gesehen Alkoholverbot. Dies ist für die Polizei bei mehr als 1.000 Jugendlichen aber kaum zu exekutieren. „Die Hoffnung liegt darin, dass sich der Tross am Nachmittag mehr auf den Hauptplatz verlagert, wo auch jede Menge Securitys bereit stehen“, so ein Beamter.

Livemusik lockte Schüler am Nachmittag zum Hauptplatz

Während das Areal vor der Bühne am Hauptplatz bis Mittag noch menschenleer war, pendeln seitdem zahlreiche Jugendlichen zwischen dem Stadtpark und dem Hauptplatz hin und her. Grund dafür, dass sich die Party zumindest teilweise verlagert hat, sind diverse Bands, die seit 10 Uhr am Hauptplatz für Stimmung sorgen.

Das Rote Kreuz war bereits am Vormittag mit einem Großaufgebot am Hauptplatz vertreten. Man rechnete damit, dass es auch im Stadtpark zu zahlreichen Einsätzen kommen wird.

Bisher verlief die Feier aber so ruhig wie selten zuvor. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren gab es keinerlei Einsätze wegen zu starker Alkoholisierung oder Körperverletzungen.