Chronik | Niederösterreich
23.05.2018

Region sagt "Ja" zu einer Waldviertel-Autobahn

Land und Waldviertel wollen weitere Schritte für eine zukünftige Ost-West-Spange zwischen Linz und Hollabrunn setzen.

"Ja zur Europaspange" - das ist das Ergebnis der mehrstündigen Sitzung des Regionalverbands Waldviertel Dienstagabend in Vitis im Bezirk Waidhofen an der Thaya. Mit dem klaren Bekenntnis aus der Region sind die ersten Weichen für eine zukünftige Waldviertel-Autobahn in Form einer Ost-West-Achse zwischen Hollabrunn (S3) und Linz (A7) gestellt. Innerhalb der nächsten 25 bis 30 Jahre soll das Milliarden Euro teure Straßenbauprojekt umgesetzt werden. Schon jetzt sind Verantwortungsträger des Autobahn- und Schnellstraßenbetreibers Asfinag mit an Bord. Verkehrslandesrat Ludwig Schleritzko erwartet sich eine zusätzliche regionale Wirtschaftsleistung von rund einer Milliarde Euro und 10.000 neue Arbeitsplätze im Waldviertel.

Initiativantrag

Als nächster Schritt soll in der kommenden Landtagssitzung im Juni ein Initiativantrag beschlossen werden, um mit dem Bund in Finanzierungsverhandlungen für die Europaspange gehen zu können. Wo die Trasse tatsächlich verlaufen wird, sollen Verkehrsplaner in den nächsten Wochen und Monaten erarbeiten. Auch eine Strategische Planung Verkehr (SPV) soll bald starten. Klar ist, dass die Ost-West-Spange innerhalb des am Sonntag präsentierten Korridors errichtet werden soll. "Damit wollen wir, dass die Region besser an das europäische Verkehrsnetz angebunden wird", sagte Schleritzko bei der Pressekonferenz am Mittwoch gemeinsam mit ÖVP-Verkehrssprecher und Horns Bürgermeister Jürgen Maier sowie Waldviertels SPÖ-Nationalratsmandatar Maurice Androsch. Bislang war, wie der KURIER berichtete, meist von einer Nord-Süd-Verbindung die Rede. Jetzt haben sich das Land Niederösterreich und die Vertreter der Region auf eine Ost-West-Spange geeinigt. Immerhin würde es rund herum stark wachsende Wirtschaftsräume wie Linz-Wels-Süddeutschland, Budweis-Prag-Brünn oder St. Pölten-Wien-Bratislava geben, erklärt Schleritzko.

Transitroute

Auch wenn es Befürchtungen gibt, dass der neue Lösungsansatz nur eine weitere Transitroute für den Schwerverkehr in Niederösterreich ist, will man sich davon nicht abbringen lassen, um das Waldviertel wirtschaftlich und infrastrukturell zu stärken. Eine Waldviertel-Autobahn alleine sei nicht die Lösung, wissen Schleritzko, Maier und Androsch. Daher werden auch abseits davon mehrere Straßenbaumaßnahmen umgesetzt. Dazu zählt der weitere Ausbau der Verbindungen B2/B4 zwischen Horn und Brand-Nagelberg und B36/37 zwischen Gneixendorf und Stratzing sowie der Schnellstraße S 5 beim Knoten Stockerau. Darüber hinaus will man für das Waldviertel eine Gesamtstrategie ausarbeiten, um das Profil der Region zu schärfen. Dann sollen auch mehrere Wirtschaftsparks entlang der künftigen Autobahn entstehen.