NS-Euthanasie in Mauer-Öhling: Innenminister gedenkt der Opfer

Karner gedenkt Opfern der NS-Euthanasie im Landesklinikum Mauer
Nazi-Verbrechen werden auch in der Ende März startenden Landesausstellung "Wenn die Welt Kopf steht" thematisiert.

Politik und das Landesklinikum Mauer bei Amstetten haben am Sonntag im Rahmen einer Gedenkveranstaltung an die Opfer der NS-Euthanasie in Mauer-Öhling erinnert. 2.848 Patientinnen und Patienten wurden dort während der Zeit des Nationalsozialismus ermordet, betonte Innenminister Gerhard Karner (ÖVP): "Die hier verübten Verbrechen mahnen uns, wachsam zu sein.“ Enthüllt wurde auch eine Gedenktafel für elf in Mauer ermordete Kriegsgefangene.

Das Klinikum Mauer war während der NS-Zeit als "Heil- und Pflegeanstalt Mauer-Öhling“ eine zentrale Stelle der sogenannten Medizinverbrechen. Für die Patienten sei es zunächst ein Ort der Hoffnung gewesen, erinnerte Karner laut einer Aussendung. „Stattdessen wurden sie unter dem Deckmantel medizinischer Behandlung ausgegrenzt, deportiert und ermordet.“

Landesausstellung ab März

Bei der Zeremonie wurde eine Gedenktafel für elf in Mauer ermordete Kriegsgefangene aus der Sowjetunion, Polen, Serbien, Frankreich und Italien enthüllt. Ihre Gräber befinden sich ebenso wie jene von rund 1.100 unmittelbar am Klinikgelände bestatteten Opfern der NS-Euthanasie am Anstaltsfriedhof.

Dieser wird aktuell vom Innenministerium gemeinsam mit dem Land im Zuge der bevorstehenden Landesausstellung "Wenn die Welt Kopf steht – Mensch.Psyche.Gesundheit“ (ab 28. März) zeithistorisch kontextualisiert. Ziel ist es, das Schicksal der ermordeten Menschen sichtbar zu machen.

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