Chronik | Niederösterreich
06.12.2016

Neues Zahnuni-Haus könnte Beispiel für Bauen im Welterbegebiet werden

Architekt ging auf Landschaftscharakteristik der Wachau ein

Fast 3000 Quadratmeter Nutzfläche misst der Neubau, den die Danube Private University (DPU) im Kremser Ortsteil Förthof errichtet. Der bekannte Luxemburger Architekt François Valentiny, den die Zahnuni beauftragte, hat in diesem Fall viel Rücksicht auf Landschaft und historische Bausubstanz im Welterbegebiet Wachau genommen. Das meint niemand Geringerer als der offizielle Welterbewächter Wilfried Posch.

Der Erfolg der Privatuniversität unter Präsidentin Marga Wagner-Pischel bringt immer wieder Platzmangel. So hat sich das Unternehmen zu dem Neubau auf dem Areal des denkmalgeschützten, ehemaligen Bahnhofes der Wachaubahn entschlossen. "Der Idealfall wäre ja, das Grundstück unbebaut zu lassen, weil in den Bereich der Blick von der Bahntrasse auf Mautern und das Stift Göttweig verloren geht", meint Posch. Der emeritierte Städtebauprofessor räumt aber ein, dass Valentiny – er baute unter anderem das "Haus für Mozart" in Salzburg – sich viel Zeit für Beratungsgespräche genommen und auf Argumente eingegangen sei.

Das Gebäude ist zwar insgesamt drei Stockwerke hoch, eines davon wurde allerdings in die Erde versenkt. "Wir verkleiden die gesamte Fassade zur Donau hin auf rund 1000 Quadratmetern mit Natursteinmauern", erklärt Markus Enne, Bauleiter der heimischen Baufirma Schütz, die das Haus errichtet.

Bei einer Besichtigung machte sich unter anderem der Kremser Bürgermeister Reinhard Resch ein Bild vom Baufortschritt. Er dankte den Uni-Betreibern für die 12-Millionen-Euro-Investition und ihr Engagement.

"Meine Mutter hat sehr großen Wert drauf gelegt, dass der Landschaftscharakter berücksichtigt wird", erklärt Stefanie Arco-Zinnenberg, die Direktorin der DPU für Marketing und Management, sowie Tochter der Präsidentin.

Ähnliches Einfühlungsvermögen hätte sich Welterbewächter Posch auch bei der Gestaltung der Landesgalerie im Stadtteile Stein gewünscht.