© Stadtgemeinde Traiskirchen

Chronik Niederösterreich
11/04/2019

Nach Steinmetz-Pleite: 40.000-m²-Areal wird zum „Green Campus“

Stadt Traiskirchen sichert sich im Konkursverfahren Gebiet des Traditionsbetriebes und will grüne Firmen ansiedeln

von Markus Foschum

Er war eine der Vorzeige- und Traditionsfirmen von Traiskirchen: Der Steinmetzbetrieb Bamberger. Umso bitterer, als das 1953 gegründete Unternehmen im Februar 2016 in die Insolvenz schlitterte. 2017 kam dann das Konkursverfahren. Die Passiva beliefen sich 2017 laut KSV1870 auf 7,6 Millionen Euro. Auf die Millionen-Pleite folgte nun aber der Millionen-Deal. Die Stadt hat sich im Konkursverfahren das Gebiet gesichert. Nun soll auf dem knapp 40.000 Quadratmeter großen Areal neues Leben einziehen. Man will hier „grüne“ Firmen ansiedeln.

Als einen „großen Wurf“ bezeichnet Bürgermeister Andreas Babler (SPÖ) den Erwerb. „Es war ein langer Prozess, doch nun ist es verbüchert und unter Dach und Fach. Die Stadt hat das riesige Betriebsareal aus der Konkursmasse des ehemaligen Bamberger-Großbetriebes übernommen.“

Dem Zuschlag bei der öffentlichen Versteigerung sei ein „kompliziertes und langes Verfahren“ vorausgegangen. „Da war auch viel Taktik dabei“, sagt Babler. Mit Konkursverwaltern, Kaufkonkurrenten, verschiedenen Verwertungskonstrukten, Gutachten, etlichen Verhandlungsrunden und schlussendlich der Versteigerung selbst habe man sich beschäftigen müssen, „das war bis zum Schluss spannend“, so Babler.

„Grünes Image“ nutzen

Die Stadt wollte unbedingt über die Entwicklung des genau 37.743 Quadratmeter großen Areals direkt an den Autobahnauffahrt selbst entscheiden. Nachdem mit der Ersteigerung Konkurrenten sowie „die Gefahr der Ansiedelung von Lkw-intensiven Betrieben“ vom Tisch sind, stellt sich die Frage nach der künftigen Nutzung. Das Betriebsgebiet direkt an der Südautobahn soll Unternehmen anlocken, die den Fokus auf Nachhaltigkeit und Ökologie haben. „Wir prüfen derzeit auf Hochtouren die Entwicklung eines ‚Green Campus‘“, sagt Babler.

Dass Traiskirchen im Juni als erste Stadt Österreichs den Klimanotstand ausgerufen hat, sei dabei ein Vorteil. Denn das habe für Schlagzeilen, Publicity und für ein „grünes Image“ der Stadt gesorgt. „Firmen wollen diesen Ruf mitnehmen und um Betriebe zu gewinnen ist das ein Vorteil“, ist der Stadtchef überzeugt. Gespräche mit Interessenten sollen bereits laufen.

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