++ HANDOUT ++ NIEDERÖSTERREICH: EXPLOSION IN MEHRPARTEIENHAUS IN LANGENZERSDORF

© APA/NÖLFK/FRANZ RESPERGER / FRANZ RESPERGER

Chronik Niederösterreich
01/31/2021

Explosion in Langenzersdorf: Bewusste Manipulation in Wohnung

Erste Spekulationen über den Hergang der verheerenden Gas-Explosion erhärten sich.

Nach der Explosion in einem Mehrparteienhaus in Langenzersdorf (Bezirk Korneuburg) am Freitag in der Früh geht die Polizei davon aus, dass in einer Wohnung im dritten Stock Manipulationen an der Gasleitung durchgeführt worden sind. Das berichten nun auch ORF-Medien. Womit das Luft-Gas-Gemisch zur Zündung gebracht wurde, lässt sich nicht mehr feststellen, heißt es aus Ermittlerkreisen.

Wie der KURIER am Samstag aus gut informierter Quelle erfahren hat, scheint es immer wahrscheinlicher, dass der 60-Jährige in Selbstmordabsicht gehandelt hat. Demnach dürfte an der Gastherme in der Wohnung des Mannes eine Manipulation festgestellt worden sein. Die gesamte Hauptleitung der Gastherme soll abgeschraubt und geöffnet gewesen sein. Dadurch konnte das Gas ungehindert ausströmen.

Zwar wies Chefinspektor Johann Baumschlager von der Landespolizeidirektion Niederösterreich am Samstag darauf hin, dass die Identität des Opfers „bisher nicht bekannt“ sei. In der Explosionswohnung soll laut KURIER-Informationen allerdings seit 2018 ein Mann gelebt haben, der in der Vergangenheit eine Haftstrafe verbüßt hatte und kurz vor der Explosion Selbstmordabsichten geäußert haben soll.

Entsprechenden Hinweisen wird derzeit von den Ermittlern nachgegangen.

Sechs Verletzte

Am Samstag haben die Abbruch- und Aufräumarbeiten angedauert. Am nach wie vor großräumig abgesperrten Ort des Geschehens fanden sich immer wieder Schaulustige ein. Aus einem Schuttkegel wurde die Leiche eines Mannes geborgen, es dürfte sich um einen 60-jährigen Bewohner handeln. Laut Polizei ist eine Obduktion angeordnet worden.

Samstagvormittag sah man auf dem Dach des Objekts mit vier bzw. fünf Etagen immer wieder Feuerwehrleute beim Erkunden der Lage. Die Explosion blieb Tagesthema in der an Wien angrenzenden Marktgemeinde mit etwa 8.000 Einwohnern. Selbst Familien mit Kindern machten sich von der Friedhofstraße aus bei Sonnenschein ein Bild vom Ausmaß der Explosion, die neben dem Todesopfer auch einen Schwerverletzten gefordert hatte. Laut dem Roten Kreuz wurden zudem fünf Menschen leicht verletzt.

Die Ursache der Detonation steht - abgesehen von den Spekulationen rund um eine Gasexplosion - weiterhin nicht fest. Weil das Haus nach der Explosion als einsturzgefährdet galt, mussten die Ermittler des Landes- und Bundeskriminalamtes zuwarten, ehe sie ins Innere durften. Seitens der Statiker sei das Objekt unverändert gesperrt, sagte Baumschlager. Bewohnern sei kurzfristig Zutritt gewährt worden, um notwendige Habseligkeiten zu holen. Neben Feuerwehr und Polizei waren am Samstag auch weiterhin Mitarbeiter eines Sanierungsunternehmens am Ort des Geschehens tätig.

Teile des Mehrfamilienhauses waren am Freitagvormittag vorübergehend in Vollbrand gestanden. Etwa 150 Helfer bekämpften die Flammen. Auch die Spuren des Feuers waren an dem stark beschädigten Objekt deutlich zu sehen. Mehrere Wohnungen wurden durch die Explosion und den Brand völlig zerstört.

Wer Suizid-Gedanken hat, sollte sich an vertraute Menschen wenden. Oft hilft bereits das Sprechen über die Gedanken dabei, sie zumindest vorübergehend auszuräumen. Wer für weitere Hilfsangebote offen ist, kann sich an die Telefonseelsorge wenden: Sie bietet schnelle erste Hilfe an und vermittelt Ärzte, Beratungsstellen oder Kliniken. Wenn Sie oder eine Ihnen nahestehende Person von Depressionen betroffen sind, wenden Sie sich bitte an die Telefon-Seelsorge in Österreich kostenlos unter der Rufnummer 142.

Das neue österreichische Suizidpräventionsportal www.suizid-praevention.gv.at bietet Informationen zu Hilfsangeboten für drei Zielgruppen: Personen mit Suizidgedanken, Personen, die sich diesbezüglich Sorgen um andere machen, und Personen, die nahestehende Menschen durch Suizid verloren haben. Das Portal ist Teil des österreichischen Suizidpräventionsprogramms SUPRA des Gesundheitsministeriums.

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