Chronik | Niederösterreich
31.10.2018

Messerangriff: Mordversuch in Park in Baden nachgestellt

Verdächtiger Asylwerber trotz geistiger Abnormität und Vorstrafe nicht in ständiger Betreuung.

Habibollah A. hörte Stimmen, die ihn wütend machten. So wütend, dass er am 20. September im Bahnhofspark in Baden einem Mann, den er vorher noch nie gesehen hatte, ohne Vorwarnung ein 20 Zentimeter langes Küchenmesser in den Kopf rammen wollte.

Der 20-jährige Afghane verletzte sein Gegenüber mit einer Schnittwunde nicht lebensgefährlich im Gesicht. Bei dem Gerangel wollte der Angreifer ein zweites Mal zustechen – für den Staatsanwalt in mörderischer Absicht. Am Mittwoch wurde die Tat auf Anordnung des Landesgerichts Wiener Neustadt bei einem Lokalaugenschein mit allen Beteiligten in Baden rekonstruiert. Zwei auf einer Parkbank sitzende Asylwerber schilderten, wie sie von dem Unbekannten um eine Zigarette gebeten wurden. Kurze Zeit später drehte der Mann um, kam zurück und zückte ein Messer.

Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich laut dessen Anwalt, Wolfgang Blaschitz, um keinen Schwerkriminellen, sondern einen „kranken Menschen“. Gerichtspsychiater Manfred Walzl attestiert Habibollah A. eine schwere geistige Abartigkeit durch paranoide Schizophrenie. Auf die Expertise des Gerichtsgutachters hin wurde deshalb auch diese Woche die U-Haft des Verdächtigen, wie bei zurechnungsunfähigen Tätern üblich, in eine „vorläufige Anhaltung“ umgewandelt. Beim Prozess geht es um die Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher.