In den Labors dreht sich alles um die Medizintechnik

© Daniel Hinterramskogler

Chronik Niederösterreich
11/22/2019

Medizintechnik als Millionen-Business des Technopol

Schon 260 Mitarbeiter verschiedenster Forschungs- und Technologiebetriebe am Standort Wiener Neustadt.

von Patrick Wammerl

Die Zeiten, in denen Niederösterreich als Agrar- und Industrie-Land abgestempelt wurde, sind vorüber. Mit der Wirtschaftsstrategie wurden vier Technopol-Standorte geschaffen, an denen mittlerweile so viele Menschen wie in der gesamten Stadt Zwettl arbeiten – nämlich mehr als 3.600. „Diese Entwicklung ist nicht zufällig passiert, sondern war klar geplant“, erklärt nö. Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav.

Eine besonders rasante Entwicklung legt laut Bohuslav und ÖVP-Klubobmann Klaus Schneeberger der Technopol Wiener Neustadt hin. In den 80er-Jahren noch Symbol der Zerstörung durch Weltkriegsbomben, hat sich der Technologiepark rund um die Fachhochschule zum Hotspot für Medizintechnik entwickelt. „In neun Einrichtungen sind bereits 265 Mitarbeiter und an die 600 Studierende tätig. Hier werden bahnbrechende Entwicklungen in der Medizintechnik vorangetrieben, die allen Menschen zugutekommen“, so Bohuslav.

Abbaubare Implantate

Die Bandbreite der Forschungsarbeiten ist groß: Sie reicht von biologisch abbaubaren Implantaten bis hin zu anatomischen Modellen aus dem 3D-Drucker.

Robert Zeillinger, Professor für Tumorbiologie an der Med-Uni-Wien, kennt die Vorteile des Technopols nur allzu gut. Im Sommer hat er sich mit seinem Forschungsunternehmen „Oncolab Diagnostics“ im Technologie- und Forschungszentrum (TFZ) Wiener Neustadt angesiedelt. Die Firma entwickelt Produkte für Labore zur Früherkennung von Krebs. „Damit können wir Tumorzellen nachweisen. Für unsere Forschungsarbeit brauchen wir Partner – und genau die finden wir hier“, so Zeillinger.

Einen Steinwurf vom TFZ entfernt wird bald das neue Landesklinikum entstehen. „Im ersten Halbjahr 2020 erfolgt die Ausschreibung für den Generalunternehmer“, verrät Schneeberger. Auch finanziell schlägt sich der Technologie-Standort spürbar nieder: Mit einer regionalen Wertschöpfungskette von 640 Millionen Euro im Vorjahr hat der Technopol Wiener Neustadt gegenüber den drei anderen deutlich die Nase vorne.

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