Chronik | Niederösterreich
27.08.2018

Luchse im Naturpark verschollen

Nach Attacke auf Hund im Nturpark Waidhofen/Ybbs wurden Luchs-Mutter und ihr Junges nicht mehr gesichtet

Weiter für gehöriges Aufsehen sorgen in Waidhofen an der Ybbs die Luchs-Mutter Cleo und ihr Junges, die aus dem Tierpark Buchenberg ausgebüxt sind. Das Pärchen war Anfang August aus dem Zoo entkommen. Vermutlich wurde das Gatter mutwillig aufgezwickt. Seit der Vorwoche sind sie verschollen.

„Seit vergangenen Freitag gibt es keine Sichtungen mehr“, berichtet Andreas Plachy, der Betreiber des Waidhofener Tierparks. Wie berichtet, wurden Lebendfallen aufgestellt, in die die beiden Luchse mit Ködern gelockt werden sollen. „Leider gibt es noch viel Futterangebot in der Natur, weshalb die Tiere die Köder nicht annehmen“, meint Palchy. Für Menschen seien Luchse ungefährlich, „es hat noch nie einen Vorfall gegeben“, sagt der Zoo-Chef. Er glaubt, dass das Loch im Gehegezaun, durch das die zwei Tiere geschlüpft sind, von Unbekannten mit Absicht aufgezwickt wurde. Im Zoo gab es schon öfters absichtlich geöffnete Gatter und auch Attacken von Unbekannten auf Tiere.

Fotofalle

Auch der Luchsbeauftragte des Nationalpark Kalkalpen (OÖ), Christian Fuxjäger, schaltete sich am Montag wieder ein. Gemeinsam mit ihm wurden mit Wildkameras Fotofallen und Ankirrplätze eingerichtet, berichtet Plachy.

Seit der Vorwoche beschäftigt das Schicksal der beiden Luchse eine breite Öffentlichkeit. Zuerst hatte sich das Pärchen oft ungeniert Wanderern im angrenzenden Naturpark gezeigt. Als das Weibchen aus Angst um ihr Junges den Hund einer Ausflüglerfamilie verletzte, ließ Bürgermeister Werner Krammer, ÖVP, präventiv Warnschilder an den Eingängen des Naturparks aufstellen. Es werde empfohlen, den Park nicht zu betreten. Verboten sei es nicht, sagt der Büroleiter des Bürgermeisters, Christoph Etlinger. Die Warnschilder habe man auch aus Haftungsgründen als Grundbesitzer aufgestellt. Etlinger berichtet weiters, dass auch ein Experte des Instituts für Wildtierkunde angefordert worden ist.

Auf Facebook wurde eine Petition ins Leben gerufen, um einen ohnehin nicht im Raum stehenden Abschuss der Tiere zu verhindern. Hunderte bekundeten bereits Solidarität. Ein Abschuss sei nur die allerletzte Option, wenn Menschen gefährdet seien, bestätigt Etlinger.