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Chronik Niederösterreich
03/24/2019

Lawinenabgang auf der Rax: Toter und Verletzte stammen aus Wien

Ein zufällig vorbeikommender Arzt konnte dem 64-Jährigen nicht mehr helfen. Kein Fremdverschulden bei Lawinenabgang.

von Katharina Zach

Am Tag nach dem Abgang einer Lawine auf der Rax im Bereich Törlgraben Samstagmittag ist die Identität der Opfer bekannt. Bei dem Toten handelt es sich um einen 64-Jährigen sowie um eine 57-jährige Frau, beide aus Wien.

Entgegen ersten Informationen der Bergrettung waren die beiden alleine und nicht mit einer Gruppe von Wanderern auf dem Törlweg unterwegs. Die beiden wurden von einer Gleitschneelawine mit einer Anriss-Breite von etwa 80 Metern und einer Schneehöhe von1,2 bis 2,3 Metern erfasst und 100 Meter über teils steiles Felsgelände mitgerissen.

Die Schneemassen hatten sich auf etwa 1700 Metern Seehöhe gelöst. Die Frau hatte Glück: Sie wurde nur geringfügig verschüttet. Der 64-Jährige jedoch zur Gänze.

Arzt eilte zu Hilfe

Die Lawine ging noch ca. weitere 400 Höhenmeter weiter ab, bevor sie in eine Schuttrinne zum Stillstand kam. Zeugen stiegen sofort zu den Opfern ab, um zu helfen.

Zur gleichen Zeit stiegen drei Wanderer, darunter ein Arzt, ebenfalls am Törlweg auf. Sie hörten die verzweifelten Hilferufe der Frau. Der Arzt leistete sofort Erste Hilfe.

Kurz darauf fanden die Ersthelfer den total verschütteten 64-Jährigen in etwa zwei Metern Entfernung. Sie gruben ihn soweit aus, dass mit der Reanimation begonnen werden konnte.

 

Reanimation erfolglos

Leider war sie nicht erfolgreich, der Arzt konnte vor Ort nur noch den Tod des Wieners feststellen.

Die verletzte Wienerin wurde schließlich vom Notarzthubschrauber C3 geborgen und ins UKH Meidling geflogen.

Weil nicht ausgeschlossen werden konnte, dass weitere Menschen von der Lawine verschüttet wurden, rückte ein Großaufgebot an Einsatzkräften an. Neben 24 Mitgliedern der Bergrettung Reichenau, zwei Notarzt- und Polizeihubschrauber waren auch sechs Alpinpolizisten sowie ein Lawinensuchhund des Innenministeriums im Einsatz.

Hunde suchten im Lawinenkegel

Drei Hundeführer der Bergrettung wurden mit den Hubschraubern zum Lawinenkegel geflogen. Glücklicherweise wurden keine weiteren Opfer gefunden.

Fremdverschulden konnte nicht ermittelt werden. Im Bereich des Lawinenanrisses und entlang der Lawine konnten keine Spuren von Menschen gefunden werden, die den Lawinenabgang ausgelöst haben könnten.