Michael (li.) und Herbert Kramer bewirtschaften das Weingut gemeinsam

© Katrin Schinewitz

Chronik Niederösterreich
10/16/2021

Köstliches Investment: Für Sonnenschein gibt’s Wein

Die Weinviertler Winzer-Familie Kramer finanzierte ihre PV-Anlage durch Crowdfunding. Ausbezahlt werden die Investoren in Wein.

von Anna Perazzolo

Geld investieren, um daraus Gewinne zu erwirtschaften. Das grundlegende Prinzip einer Geldanlage ist den meisten klar. Dass Gewinn aber nicht gleich Geld sein muss, zeigt die Initiative der Winzer-Familie Kramer in Falkenstein bei Poysdorf (Bezirk Mistelbach). Sie haben sich nämlich dazu entschlossen, die neue Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach ihres Weingutes durch Crowdfunding zu finanzieren. Unter der Initiative „Mit Sonnenschein zu Kramer Wein“ wurden die Investoren anschließend nicht mit Geld, sondern mit hauseigenem Wein ausbezahlt.

„Wir wollten den Betrieb so umweltfreundlich wie möglich gestalten und gleichzeitig Wein-Interessierten die Gelegenheit bieten, sich daran zu beteiligen“, sagt Jungwinzer Michael Kramer, der das knapp 20 Hektar große Weingut gemeinsam mit seinem Vater Herbert bewirtschaftet. Und tatsächlich: Insgesamt 81 Weinliebhaber unterstützten den Kauf der 20.000 Euro teuren PV-Anlage. Mit insgesamt 138 Investitionspaketen in Höhe von jeweils 129 Euro konnte das Ziel erreicht werden.

Mittlerweile wurden die Paneele, die insgesamt 20 Kilowatt Strom pro Stunde produzieren, montiert. Samt schon vorher bestehender PV-Anlage könnten nun umgerechnet sechs Einfamilienhäuser mit Energie versorgt werden. „Durch die Anlage und die Hackschnitzelheizung ist unsere Weinproduktion fast energieautark“, so Michael Kramer. Unter anderem werden damit die Tanks, in denen der Wein gärt, gekühlt.

Kein Geld, dafür aber Wein

Im Gegenzug für die Anlage erhalten die Investoren kein Geld, sondern Wein. „Drei Jahre in Folge senden wir den Anlegern einen Weingutschein oder ein Weinpaket im Wert von 55 Euro zu“, erklärt der Jungwinzer. Dadurch ergebe sich für die Investoren ein Gewinn von 36 Euro.

Zwei von insgesamt drei Paketen seien bereits ausgeliefert worden. Das letzte folge im nächsten Jahr. Da die Initiative so gut angekommen sei, wolle man auch zukünftig auf das Thema Nachhaltigkeit setzen. Vielleicht durch die Umstellung auf Bio. Das sei aber ein Projekt für das nächste Jahrzehnt, so der Winzer.

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