Chronik | Niederösterreich
03.05.2018

Kachelmann: „Wetter hält sich nicht an Kalender“

Nachgefragt: Laut dem Wettermoderator Jörg Kachelmann hat sich die Wahrnehmung verändert

Der Wettermoderator über Gewitter, Erwartungen an das Wetter und Rudi Carells „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer“.

KURIER: Was hat sich da am Mittwoch zusammengebraut?

Kachelmann: Wir hatten eine Wetterlage wie im Sommer. Warme feuchte Luft ist aus Südosten gekommen und es gab keine Alpen, die die feuchten Winde abhalten konnten. Sommerliche Unwetter gibt es zwischen 1. April und 31. Oktober. Es ist ein Missverständnis, dass sich Wetter an den Kalender hält. Freitagabend zieht schon die nächste Runde aus Slowenien ins Land.

Beginnen die Unwetter heuer besonders früh?

Im Mai ist alles bereit. Es braucht nur die richtige Wetterlage. Schon klar, dass solche Unwetter im Mai selten sind, aber es nicht so, dass es so etwas noch nie gab.

Warum beschäftigen wir uns so viel mit dem Wetter?

Solche Berichte klicken halt besser. Und es hat damit zu tun, dass sich die Wahrnehmung der Menschen, was normal ist, geändert hat.

Inwiefern?

Viele Menschen wissen nicht mehr, was ein normaler Sommer ist. Manche geben Rudi Carell die Schuld. Oder Menschen glauben nach Urlaub am Mittelmeer, die Sommer daheim seien genauso. Eine Woche und 35 Grad sind nicht normal. Mallnitz ist nicht Mallorca.