Gewaltvorwürfe brachten Mutter vor Gericht
Bei einem 74-Jährigen wurde sexualbezogenes Kindesmissbrauchsmaterial gefunden, außerdem verfolgte er eine Minderjährige. Am Landesgericht Korneuburg wurde er schuldig gesprochen.
Laura Pusker
Vor dem Landesgericht Korneuburg wurde am Dienstag gegen eine 47-jährige Mutter wegen des Verdachts der Nötigung und Körperverletzung gegenüber ihrem 15-jährigen Sohn verhandelt. Laut Anklage soll die Mutter ihren Sohn trotz Krankheit aus dem Bett gezerrt, ihn geschlagen und getreten sowie ihn unter Gewaltanwendung zum Schulbesuch genötigt haben. Dabei habe sie ihn vor die Haustür gestoßen und ausgesperrt.
Die Angeklagte räumte ein, ihren Sohn an dessen Pyjama aus dem Bett gezogen und vor die Tür gebracht zu haben. Zuvor habe sie überprüft, ob er tatsächlich krank sei. Sie gab an, dass er häufiger Krankheiten vortäuschte, um nicht zur Schule zu müssen. Die Mutter erklärte, sie sei davon ausgegangen, dass ihr Sohn anschließend zur Schule gegangen sei.
Familiäre Konflikte
Im Verfahren wurden weitere Vorwürfe thematisiert, bei denen der Sohn angab, von seiner Mutter geschlagen oder getreten worden zu sein. Zeugen berichteten unter anderem von einem Vorfall während eines Skiurlaubs. Die Mutter erklärte, dass ihr Sohn wiederholt Nikotin in Form von Zigaretten, Vapes oder Snus konsumiert habe und es deshalb immer wieder zu Konflikten kam. Zudem schilderte sie, dass es nach einer Übernachtung ihres Sohnes bei seiner Freundin zu einem eskalierenden Streit gekommen sei, bei dem der Sohn sie attackiert habe. Nach Rücksprache mit der Polizei habe die Mutter zunächst auf eine Anzeige verzichtet.
Die Angeklagte erklärte, sie sei mit der Erziehung ihres Sohnes häufig überfordert gewesen und habe professionelle Hilfe in Anspruch genommen. Der Vater habe sie dabei kaum unterstützt. Die Eltern befinden sich derzeit in Scheidung, der Sohn lebt nun beim Vater.
Das Gericht verhängte eine bedingte Freiheitsstrafe mit einer Probezeit von drei Jahren. Die Angeklagte nahm das Urteil an.
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