Chronik | Niederösterreich
30.01.2018

SPÖ-Gemeindepolitiker unter Missbrauchsverdacht: Drei mögliche Opfer

Der Verdächtige bestreitet die Vorwürfe. Der Ausschluss aus der SPÖ erfolgt im Rahmen einer Sitzung des Landesvorstandes Dienstagabend.

In Zusammenhang mit Ermittlungen gegen einen Mostviertler SPÖ-Gemeindepolitiker wegen Missbrauchsverdachts hat die Staatsanwaltschaft am Dienstag von drei Opfern gesprochen. Der in U-Haft sitzende Mann habe sich zu den Vorwürfen gegen ihn in der Vernehmung vor der Kriminalpolizei nicht geständig gezeigt, bestätigte Leopold Bien von der Staatsanwaltschaft St. Pölten auf Anfrage Medienberichte.

Die Opfer stammen nach Angaben von Bien aus dem "sozialen Nahbereich" des Verdächtigen. Laut Medienberichten soll der Mann seine Enkel missbraucht haben. Gegen den Politiker laufen auch Ermittlungen wegen möglicher Wiederbetätigung. Im Haus des Verdächtigen im Bezirk Amstetten wurden laut dem Sprecher der Staatsanwaltschaft NS-Uniformen, -Fahnen, Dolche und Bilder gefunden, ebenso wie Faustfeuerwaffen, Handgranaten und Schlagringe.

Montagfrüh davon erfahren

Der SPÖ-Gemeindepolitiker wird am (heutigen) Dienstagabend im Rahmen einer Sitzung des Landesvorstandes aus der Partei ausgeschlossen. Von der FPÖ kam Kritik, dass die Festnahme vergangenen Donnerstag erst einen Tag nach der Landtagswahl bekannt worden war. Eine Sprecherin der SPÖ Niederösterreich sagte auf Anfrage, die Landespartei habe Montagfrüh davon erfahren. Bien erklärte, dass die Staatsanwaltschaft ohne besonderen Anlass zu laufenden Ermittlungsverfahren nicht aktiv Medienarbeit betreibe.