Chronik | Niederösterreich
29.01.2018

Gemeindepolitiker unter Missbrauchsverdacht

Verdächtiger befindet sich in U-Haft. Neben Missbrauchsvorwurf auch Ermittlungen wegen illegaler Waffen und NS-Devotionalien.

Geschockte Reaktionen und wilde Gerüchte löste die vorwöchige Festnahme eines Lokalpoltikers und Vereinsfunktionärs in einer Mostviertelgemeinde aus. Der 58-Jährige, der in der Justizanstalt St. Pölten in Untersuchungshaft genommen wurde, wird vorrangig mit innerfamiliären Missbrauchsvorwürfen konfrontiert. Zudem wird auch noch in anderen Punkten gegen ihn ermittelt.
Der Sprecher der Staatsanwaltschaft St. Pölten, Leopold Blien, bestätigt die Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs und die U-Haft des Beschuldigten. Aus Schutz der Privatsphäre der möglichen Opfer gäbe es dazu keine weiteren Auskünfte, erklärte er gegenüber dem KURIER.
Im Zuge der Kontrolle des Wohnhauses des in seiner Heimatgemeinde geachteten Familien- und Großvaters seien noch andere Verdachtsmomente gegen den Verdächtigen aufgetaucht, erklärte der Staatsanwalt. So wurden im Keller des Hauses NS-Devotionalien gefunden. Es sei zu klären, ob es sich um Sammlerleidenschaft oder um Wiederbetätigung nach dem Verbotsgesetz handle, meinte Blien. Rechtfertigen muss sich der Verdächtige auch über den Fund von gut versteckten Faustfeuerwaffen und zwei Granaten, die er illegal besessen hatte.