Das Anwesen samt landwirtschaftlicher Geräte brannte zur Gänze nieder

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Chronik Niederösterreich
08/06/2019

Feuerwehrmann als Brandstifter überführt und festgenommen

28-Jähriger soll mehrere Brände im Bezirk Korneuburg gelegt haben. Zuletzt kam es Ende Juli zu einem Großbrand.

von Patrick Wammerl, Kevin Kada

Schon wieder soll ein Feuerwehrmann in Niederösterreich für eine Reihe von Brandstiftungen verantwortlich sein. Ermittler des nö. Landeskriminalamtes haben am Montag im Bezirk Korneuburg einen dringend Tatverdächtigen festgenommen. Der Mann, der in wenigen Tagen seinen 29. Geburtstag feiert, soll zuletzt am 28. Juli einen Großbrand in Kleinwilfersdorf, einer Katastralgemeinde von Leitzersdorf verursacht haben. Wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft Korneuburg, Friedrich Köhl, bestätigt, wurde der Verdächtige in die Justizanstalt eingeliefert. Er soll für gleich mehrere Brandlegungen in der Region verantwortlich sein.

"Zunächst haben immer wieder Container in der Gemeinde gebrannt. Später wurde dann eine Scheune angezündet und damit ein Großbrand verursacht", erklärt Köhl. Durch akribische Ermittlungen ist ein 28 Jahre alter Feuerwehrmann ins Visier des Landeskriminalamtes geraten.

In Kleinwilfersdorf stand nachts ein landwirtschaftliches Anwesen in Vollbrand. Bereits auf der Anfahrt zum Einsatzort war ein gewaltiger Feuerschein zu sehen. In der Scheune waren auch landwirtschaftliche Geräte untergebracht. Gemeinsam mit den Feuerwehren Kleinwilfersdorf, Hatzenbach, Stockerau, Leitzersdorf, Oberrohrbach, Wiesen und Wollmannsberg wurde ein Übergreifen auf benachbarte Objekte verhindert und der Brand gelöscht. Insgesamt gehen die Ermittler von einem Schaden im sechsstelligen Bereich aus.

Ermittlungen auch im Bezirk Wiener Neustadt

Nach einer weiteren Serie von Brandstiftungen ermittelt die Polizei auch im Raum Matzendorf bei Wiener Neustadt. Dort ist es seit Mai zu mindestens acht Brandstiftungen gekommen. In mehreren Fällen wurde auf freien Feldern, rund um den dortigen Schießplatz, gezündelt.

Zuletzt war es am 30. Juli zu einem größeren Feuerwehreinsatz gekommen, weil ein Haufen aus Holz zur Hackguterzeugung in Vollbrand stand. Aufgrund der Größe des Feuers und der nötigen Wasserversorgung im Wald mussten die Feuerwehren Hölles, Felixdorf und Steinabrückl ihre Kollegen aus Matzendorf unterstützen.

Feuerwehrmann vor Gericht

Am Donnerstag wird am Landesgericht Korneuburg bereits ein ähnlicher Fall verhandelt. Der stellvertretende Kommandant einer Freiwilligen Feuerwehr aus dem Bezirk Mistelbach soll insgesamt drei landwirtschaftliche Gebäude in Brand gesteckt haben.

Dabei verursachten die Brände einen Schaden von etwa 270.000 Euro.